Ziele der nachintegrativen Phase

Ursula Gast führte in ihrem Referat 2016 in einfachen Stichpunkten aus, was therapeutisch in der Zeit nach einer möglichen (vollständigen) Integration (Fusion) – in der nachintegrativen Phase (total seltsames Wort für mich) – die möglichen Schwerpunkte sein können.

  • Trauerarbeit um die zerstörte Kindheit und die erlebten Verletzungen zu verarbeiten
  • Häufig bleiben bestimmte Probleme der einzelnen Anteile (z. B. Ess- oder Schlafstörungen, eine Borderline-Persönlichkeitsstruktur etc.) auch nach der Integration noch bestehen
  • Die mit den Veränderungen verbundenen neue Bewältigungsstrategien müssen aufbaut werden
  • Die Patienten müssen an völlig verändertes Selbst- und Lebensgefühl in ihrem innerpsychischen Erleben und Reagieren sowie im sozialen Verhalten 'gewöhnen'

Die Trauerarbeit um die Verletzungen habe ich in den letzten Jahren immer wieder sehr intensiv durchgeführt und habe da momentan kein Bedürfnis, irgendwie daran zu arbeiten, noch sehe ich die Notwendigkeit dazu.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Schlafstörungen noch da sind oder nicht, daher werde ich da erst irgendwann in Zukunft einen Versuch starten, wenn die beiden letzten Punkte aus der oben stehenden Liste angegangen sind.

Neue Bewältigungsstrategien zu erlernen ist sicher ganz wichtig. Bisher bin ich immer sehr in die Dissoziationen gerutscht, wenn etwas 'zu' belastend war. Im Laufe der Zeit wurde die Spanne zwischen 'das ist aushaltbar' und 'das geht gar nicht' immer größer. Aber dennoch ist da sicher noch einiges was ich verbessern kann, bzw. noch mehr verinnerlichen muss um in stressigen Situationen nicht in den 'alten' Weg zurück zu rutschen. In den letzten Tagen ist das ganz gut gelungen, aber so richtig große unvorhersehbare Herausforderungen waren da auch nicht dabei.

Der Letzte Punkt der Liste ist sicher ein längerer Prozess. Es ist alles total verändert – mein Selbst und Lebensgefühl ist ein völlig anderes als in den Jahrzehnten, Jahren, Monaten, Wochen und auch Tagen vor der letzten Fusion. Daran 'gewöhnen' ist nicht mal eben gemacht.

In diesem Zusammenhang ist die Definition des Wortes 'gewöhnt' interessant. Wie Der Spiegel schreibt kommt 'gewöhnt' von Gewöhnung. Wer sich an etwas gewöhnt, der macht sich mit etwas vertraut und gewinnt es womöglich sogar lieb. (Ionovia, toll wie unsere Gespräche am Morgen so in den Tag nachwirken, oder? ☺)

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