Therapie

Weiter, weiter…

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… nicht immer heiter. So wie das Wetter ist auch das Leben ziemlich wechselhaft. Nicht so, dass andauernd Sturm in der Luft liegen würde. Aber ich merke, dass das Ein oder Andere weiter eine ganz schöne Herausforderung ist. Ich habe das Gefühl ein ziemlich verstelltes 'Uhrwerk' zu haben und es ist wohl noch einiges an Feinjustierung nötig. Es wäre ja toll, wenn ich wüsste, wie und wo genau ich ran 'muss'… aber das ist mir nicht ansatzweise klar. Es sind viele Baustellen, die sich mir zeigen – zumindest ist das mein Gefühl.

Foto von Digital Buggu von Pexels (bearbeitet)

Bis hier hin ging der Beitrag, den ich unbedingt schreiben wollte… und dann ging ich zum Shiatsu mit den folgenden Fragen im Gepäck, die sich durch diesen Beitragsanfang ergaben:

Was tun wir nun, werte Shiatsu-Tante? Was ist deiner Meinung nach hilfreich für mich?

Und in ihrer charmanten Art stieg sie auf diese Fragen ein. "Hilfreich? Wie definierst du hilfreich? Warum nicht erfolgreich?" Es folgte ein intensiver Austausch. Eine der Kern-Aussagen von ihr: "Du hast schon alles in dir, was hilfreich ist."

Letztendlich hielt das Bild der Zahnräder nicht stand. Es geht nicht darum, dass irgendwelche Dinge im Leben einfach automatisch, nach festen Regeln, Regularien und immer genau ineinander greifend ablaufen. Auch wenn das total ungewohnt ist. Es hat doch alles bisher in einem straffen Gerüst stattfinden müssen… Nein… nicht wirklich… Ich glaube auf mich trifft ein Satz zu, den ich gerne mal im Scherz zu meiner Frau sage: "Du hast eine verzerrte Wahrnehmung."

Ich habe eine total verzerrte Wahrnehmung was meine Fähigkeiten, Ressourcen, Leistungsfähigkeit und anderer Dinge angeht.

Hand von Bev/pixabay

Mein Zeit-Management ist hervorragend. Sofern ich es wie 'bekloppt' kontrolliere und mich reglementiere. Aber das geht zu Lasten meiner Energie und meiner Freude. Gleichzeitig habe ich das Gefühl bei allem was ich mache eine ganze Menge daneben zu werfen… Wenn der Alltag ein Gefäß ist, in das ich aus meinen Ressourcen etwas hineinfülle, scheint es so, als ob ich eine Menge daneben werfe.

So werden Dinge, die mir eigentlich Freude machen zu einem Stress-Faktor und verbrennen Energie anstelle Energie aufzufüllen… wenn zumindest das Level gleich bleiben würde…

Wie kann ich das nur ändern? Und am Besten sofort! Schnell, schnell… Auch den Zahn zog mir die Shiatsu-Tante:

Aus den Studien heraus weiß man, es braucht für die Feststellung dessen, was einem gut tut, um die 6 Monate und dann 1 bis 2 Jahre um das auch alltäglich umzusetzen. Und auch für immer danach ist es notwendig weiter hinzuschauen und Anpassungen vorzunehmen.

Shiatsu-Tante

Na super! Das wollte ich nun nicht hören. Mir wäre eine Antwort à la 'Zwei Wochen und dann klappt das' viel lieber gewesen (Ja, ich weiß selber, dass das unrealistisch ist ☺).

Wir suchten gemeinsam Sprachbilder um das ganze für mich 'annehmbar' zu machen. Letztendlich landeten wir beim Kochen. Ich mag das Kochen (und das Essen). So wie jemand der anfängt zu kochen erstmal mit einfachen Gerichten anfängt und sich dann steigert ist es auch für mich nötig einen passenden 'Schwierigkeitsgrad' zu wählen und diesen Stück für Stück zu steigern.

Genauer gesagt landeten wir beim Würzen. Man würzt ja nicht nach dem Prinzip 'Viel hilft viel' und knallt erstmal pauschal 200 Gramm Salz ins Essen. So wie ich intuitiv eine Speise würze und mich langsam an den gewünschten Geschmack herantaste, so muss ich auch mein Leben richtig 'würzen'. Und so wie ich je nach zubereitetem Gericht die Gewürze ändere, so muss ich auch an meine 'Lebens-Würze' herangehen.

Und nun habe ich eine Aufgabe von ihr bekommen, die mich in den nächsten Wochen und Monaten… ja, Jahren und Jahrzehnten begleiten wird.

Der eigene Geschmack ändert sich und du wirst die Gewürze unterschiedlich dosieren und irgendwann auch welche aussortieren. Aber jetzt im ersten Schritt geht es nur darum, dir ein Gewürzregal zusammen zu stellen. Welche Gewürze müssen jetzt unbedingt hinein? Welche treffen deinen Geschmack im Moment? Nur diese – also das, was du auch verwenden möchtest – stelle in dein Gewürzregal.

Shiatsu-Tante

Eine Liste soll ich mir erstellen. Was will ich auf jeden Fall in meinem Leben haben? Und dann jeden Tag neu anschauen, wie viel davon für diesen Tag zum Würzen verwendet wird. Sie gab mir ein Beispiel: "Ich mache jeden Tag Yoga. Aber jeden Tag eine Stunde ist mir zuviel. Irgendwelche Dudelmusik im Hintergrund oder so Anleitungen in denen immer wieder Sprüche kommen wie 'Fühlen Sie in sich hinein' machen mich aggressiv. Also 15 Minuten reichen mir und tun mir gut. Ich habe lange nicht mehr Gitarre gespielt. Nun habe ich wieder damit angefangen und weil ein Kumpel sagte, dass er immer ganz früh morgens etwas übt, habe ich das auch gemacht. Ich habe schnell gemerkt: 'Das geht gar nicht! Da nehme ich mir Zeit vom Yoga weg… ganz dumme Idee'. Ich habe nun eine Einteilung gefunden, die für mich passt."

Es geht nicht darum, jeden Tag alle die Dinge zu tun, die dir gut tun. Du nimmst ja auch nicht alle Gewürze zu jedem Essen und du kochst auch nicht jeden Tag das Gleiche. Wenn dir eine Sache gut tut und es unter der Woche nicht passt, aber es am Wochenende genau den Kick gibt, den du brauchst, dann ist das absolut richtig. Und wenn es nächste Woche anders ist, dann ebenso.

Shiatsu-Tante

Also bin ich nun auf der Suche meine 'Gewürze' fürs Leben zusammen zu stellen. Und diese Gewürze Stück für Stück, in Ruhe und Geduld, richtig dosiert zu verwenden. Ob ich nun mit der Hand, dem Löffel oder einem Streuer würze ist dabei ebenfalls mir überlassen. Und auch wenn man nach Rezept arbeitet, muss ich nicht genauer sein als genau: Ich koche für mein eigenes Leben. Ich koche nicht das Leben einer anderen Person stumpf nach. In diesem Sinne:

Frohes Würzen

Bild von Daria-Yakovleva auf Pixabay (bearbeitet)

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ

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  1. B

    Birke E. von ZEiTENMOSAiK

    Ich habe es nicht ganz verstanden, glaube ich… Was sollen die Gewürze sein? Zum Beispiel Yoga?!… Etwas, was dir gut tut?… Falls das so ist, war mein spontaner Gedanke: Und was hast du bisher im Leben gemacht? Tat das alles nicht gut?…

    • u

      Z.B. solche Dinge.

      Um deine Frage zu beantworten: Nicht nur, aber oftmals Dinge aus Pflichtgefühl oder aus Verantwortung heraus. Und ganz oft über die eigenen Grenzen hinaus oder ohne Achtsamkeit. Ganz oft unbewusst.

      • B

        Birke E. von ZEiTENMOSAiK

        OK. Danke… Klingt bisschen so wie hier das Thema: "wollen"… Oder "möchten"… Was MÖCHTE ich heute gerne? Ja, gar nicht so leicht so aus dem Innen heraus, etwas zu wollen.. zu möchten…

  2. D

    Drachenkinder

    Wir mussten beim Lesen ein bisschen Schmunzeln. Weil wir diesen Vergleich so gut finden, den du für dich gefunden hast. Und wir mögen deine Art zu schreiben.

    Wünschen viel Erfolg beim Würzen und ausprobieren :)
    Alles Liebe,
    drachenkinder

  3. I

    Auch ich mache nicht jeden Tag alles, was mir gut tut. Ich nähe nicht jeden Tag, ich koche auch nicht jeden Tag und backen tu ich auch nicht permanent. Obwohl mir alles gut tut und Freude macht wäre es mehr als kräftezehrend, würde ich alles jeden Tag machen. Und dann am besten noch spazieren gehen, Blog schreiben und Socken stricken dazu. Ääähhhm – ich hätte dann gerne bitte einen 48 Stunden Tag

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