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Was ist Mitgefühl?

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uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ hat 2017 mehrere interessante Definitionen und Vergleiche zum Thema Mitgefühl in einem Video gesehen und gehört. uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ möchte bei dem positiven Aspekt bleiben, obwohl dort auch erklärt wurde, was Mitgefühl nicht ist. Dieses Video hat einen so bleibenden Eindruck hinterlassen, dass der Beitrag auch nun – Ende 2018 – weiter sehr wichtig ist.


Mit jemanden mitfühlen bedeutet dessen Schmerz im eigenen Herzen zu spüren. So wie wenn eine Stimmgabel in die Nähe einer bereits schwingenden Stimmgabel gehalten wird und dann selbst anfängt in der gleichen Frequenz mitzuschwingen, so wird ein mitfühlender Mensch tief bewegt von dem, was einem anderen widerfahren ist.

stimmgabel
Quelle: Internet

Dann entscheidet sich ein mitfühlende Mensch, nicht etwa weg zu gehen, sondern er bleibt bei demjenigen, der den Schmerz gerade in sich trägt. Es ist oftmals nicht möglich, dem anderen den Schmerz zu nehmen und auch 'kluge Ratschläge' helfen oft nicht weiter. Aber er kann entweder demjenigen aufmerksam zuhören, ihn in die Arme nehmen und durchaus auch schweigend Trost spenden, oder der Mitfühlende kann eventuell durch wenige Worte sein Verständnis ausdrücken.

Wenn jemandes 'Sprache' in diesem Moment die Tränen sind, dann weint der Mitfühlende mit und es tut demjenigen gut, da er weis, dass er mit seinen Gefühlen nicht allein gelassen ist. Ja, das kann zeitaufwändig sein und es kann an den Kräften des Mitfühlenden zehren. Denn das Mitgefühl verschwindet nicht, wenn die Person, die den Schmerz ursprünglich hatte, weggeht. So wie auch die zweite Stimmgabel weiter schwingt, wenn die erst wieder weggenommen wird. Ein Mitfühlender nimmt in dem Moment des Mitgefühls die andere Person wichtiger als sich selbst.

Zusätzlich dazu fällt mir gerade eben dazu der Animationsfilm 'Alles steht Kopf' ein. In einer Szene ist Bing Bong traurig und weint wegen seines Verlustes. Kummer setzt sich dazu und geht mit Verständnis auf seine Gefühle ein, anstatt – wie Freude – zu versuchen ihn von seinen Gefühlen abzulenken. Fühle mit jemandem der traurig ist mit, anstatt seine Gefühle herunter zu spielen oder 'Vermeidung-Tipps' zu geben.


Diesen Vergleich hat uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ so nicht auf dem Schirm gehabt. Ja, uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ merkt es fast immer, wenn das Gegenüber ’nicht gut drauf ist'. Und unsereins versucht sich dann auch Zeit für andere zu nehmen. Das es regelrecht Schwingungen sind, die auf uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ einstürmen ist an dem Beispiel unserer Shiatsu-Therapeutin zu verdeutlichen:

Sie hatte Kummer und wollte es nicht zeigen, schließlich muss sie ihre Arbeit professionell durchführen. Offensichtlich war sie in der Lage es vor allen Kolleginnen zu verbergen. uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ merkte es direkt. Und als die Behandlung anfing und sie am Kopf ein paar Druckpunkte berühren wollte, hat uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ ihre Hand weggenommen und ihr gesagt, was uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ wahrnimmt. Sie war erstaunt, dass uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ so feinfühlig ist. Alle anderen Patienten hatten ihre Anspannungen nicht wahrgenommen. Sie hat unsereins dann ihren Kummer erzählt, wir haben gemeinsam Shiatsu- und Atem-Übungen gemacht und nach einiger Zeit war sie wieder in sich ruhend.

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ war berührt, dass Sie es uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ anvertraut hat. Und selbst nachdem nun eine ganze Weile vergangen ist seit diesem Geschehen, ist es mir sehr im Sinn.

Die Professionalität der Behandlung hat im Übrigen nicht ansatzweise darunter gelitten, dass sie uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ gegenüber so offen war. Eher das Gegenteil ist der Fall.

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ

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  1. m

    Wie schön! Ja Mitgefühl, das ist seit langem mein Thema und meine Geschichten handeln in vielfältiger Weise davon, vom heilsamen Mitgefühl als auch vom fehlenden in dieser Welt. Das Mitgefühl für andere halte ich für etwas wirklich Wichtiges, aber in unserem Fall ist es für die Heilung genauso wichtig, Mitgefühl für uns selbst zu lernen. Zum Thema Einfühlung für andere – die ist bei uns so groß, dass ich immer sage: (oder auch andere) ich höre sogar die Flöhe husten. Und manches Mal, wenn ich solche "Wahrnehmungen" anderen mitteile, stelle ich fest, dass sie es oft gar nicht selber bei sich merken, wie es ihnen geht, oder sie können es mir erst später dann zugeben.
    Allerdings ist da auch eine Gefährdung dabei, manchmal haperts bei mir mit den Interpretationen des wahrnehmenden Mitgefühls und vermischt sich mit eigenem – z.Bsp. dass ich entweder die abgewehrten Gefühle des anderen in mich hineinkriege oder denke, ich habe mir meine Wahrnehmung vielleicht nur eingebildet. Oder noch schlimmer, ich beziehe (negative) Emotionen auf mich.

    • u

      Du hast natürlich recht, Mitgefühl mit sich selbst muss man auch haben. Wie ein alter, sehr weiser Spruch lautet: "Liebe deinen Nächsten WIE DICH SELBST." Da ist die Selbstliebe also auch Achtung vor und auf sich selbst absolut mit drin.

  2. V

    Das Video ist echt sehr gut.
    Finde den Vergleich wirklich super mit der Übertragung.
    Leider ist aber genau das der Grund, weshalb sich viele Menschen abwenden, denn sie mögen nicht spüren, was in uns vor sich geht…

    Guter Beitrag, danke❤️

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