Therapie

Was alles gut läuft

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Manchmal neigt man dazu besonders die Dinge wahrzunehmen, die gerade nicht so funktionieren, wie man es sich wünscht. Diese Dinge machen es aber auch leicht, sie zu sehen. Gerade wenn gesundheitliche Einschränkungen der Grund dafür ist, dass etwas nicht funktioniert, ergibt sich schnell mal eine Abwärtsspirale. Man stellt fest, dass das Rausgehen nicht klappt, dass man einfach keinen Kopf für gewisse (wichtige) Dinge hat oder zum Beispiel die körperlichen / seelischen Einschränkungen das Leben erschweren und einen eventuell von der Unterstützung des Staates abhängig machen.

Dieser Artikel wurde im März 2018 das erste Mal geschützt veröffentlicht, ist weiterhin aktuell und wird daher nun überarbeitet öffentlich bereit gestellt.

Und genau in diesen Momenten den 'Absprung' aus dieser Gedanken-Spirale zu schaffen ist echt eine Kunst.

Auch für uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ ist es alles andere als leicht, nicht in diesen Strudel zu geraten. Und noch schwieriger ist es für uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ da wieder selber heraus zu kommen.

Es hilft mir dann, mir bewusst aufzuschreiben, was schon länger gut läuft oder was sich zum Positiven geändert hat. Und dann bin ich doch immer wieder mehr als nur erstaunt, was da zusammen kommt. Manchmal ist dann sogar der 'Mut' da, die nicht so gut funktionierenden Dinge dagegen aufzulisten. 

Was läuft denn alles gut?


[Update – nach der Vollständigen Fusion ist dieser Part nur zur Information stehen gelassen worden: Die Innen-Kommunikation läuft sehr sehr gut. Und ebenso die Zusammenarbeit. Das bedeutet nicht, dass immer 'Friede, Freude, Eierkuchen' herrscht. Aber es gibt einen (meist) konstruktiven Austausch. Und das ist tatsächlich sehr sehr gut! Denn über viele Jahre herrschte ein aggressives Gebrülle im Kopf das mit sehr vielen Gedächtnislücken und Fähigkeitsverlusten einherging. Die einzelnen Bereiche meines Gehirns waren so schlecht miteinander vernetzt, dass oftmals Chaos herrschte – auch wenn uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ das nach außen oft verstecken konnte.]

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ kommt im Normalfall mittlerweile mit den 5 mg Zolpidem auf sieben Stunden Schlaf. Das waren über viele Jahre sonst nur 2-3 Stunden je Nacht. Und von den sieben Stunden kommt uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ meist auf um die 3 Stunden Tiefschlaf. Das bedeutet auch, zu vernünftigen Zeiten ins Bett gehen zu können. Das ist nun also sehr gut. Und selbst wenn es mal Nächte gibt, die unruhig sind, kann der Tag meist kräfte-technisch gut eingeteilt werden. Es passiert nur selten, dass ich mich tagsüber ins Bett zurückziehe.

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ schafft es faktisch jeden morgen um die gleiche Zeit aufzustehen. Immer so um 06:45-07:00 Uhr und dann dem jüngsten Sohn zur Schule zu bringen. Wenn man bedenkt, dass so etwas in den vergangenen Jahren nicht funktioniert hat, ist das nun richtig gut.

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ nimmt alle mit Betreuern geplanten Termine in der Woche wahr. 2 freie Betreuungstermine, 1 mal Ergo- bzw. Shiatsu-Therapie, alle 4 (bis 6) Wochen weiterhin zum Psychotherapeuten. Zwei religiöse Termine habe ich für mich noch auf dem Wochenplan und die klappen normalerweise zu 70% (Es sei denn ich falle wochenlang durch die blöde Grippe aus). Sonst waren es eher 10% der Termine – also nun auch schon gut.

Bei der Shiatsu & Ergo-Therapie gehört es dazu, dass am Körper – Kopf, Hals, Armen, Beinen, Händen, Füßen und auch am Oberkörper, Bauch-, und Rückenbereich berührt wird. Es hat Zeiten gegeben, wo das nicht nur Chaos ausgelöst hat, sondern nach ganz kurzen Berührungen bereits so kräftig gewechselt und dissoziiert wurde, dass für die nächsten paar Stunden nichts mehr machbar war. Also uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ würde mal sagen: Top Leistung!

Bei den religiösen Aktivitäten sind natürlich auch immer andere Menschen anwesend. Das war lange ein generelle Problem. Aber mittlerweile ist das mit ein wenig Vorbereitung meistens gut zu schaffen, so dass diese Aktivitäten auch wirklich Freude machen.

[Update – Hausmeistertätigkeit wird zum 31.07.2019 eingestellt Auch die Hausmeistertätigkeit mit ihren offiziellen 5 Monatsstunden bekommt uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ geschafft.] Genauso wie der noch verbliebene Einsatz bei Der Bunte Ring mit allem was dazu gehört. Das Pflegen der von unsereins & me ehrenamtlich betreuten Webseiten klappt meistens ziemlich zeitnah. Dennoch kann uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ auch "Nein" sagen, Aufgaben absagen oder Termine weiter nach hinten legen. Das war früher nicht so und fühlt sich extrem gut an.

Es hat nun seit einiger Zeit kaum noch Selbstverletzungen gegeben. Und wenn es welche gab im Jahr 2018, so waren sie wirklich nur noch minimal. Guter Fortschritt! Und ein Thema an dem im nächsten Jahr in der Therapie intensiv gearbeitet werden wird.

Suizid-Gedanken sind ebenfalls seit langer Zeit nicht mehr aufgetreten – nicht einmal mehr die Sehnsucht einfach nur nicht da zu sein. Selbst wenn unsereins & me das Ein oder Andere in der Zwischenzeit mal ziemlich über den Kopf gewachsen war. Eine gute Leistung!

Trotz der Tatsache, dass in der linken Hand aufgrund der Schädigung des Halswirbels immer mehr Taubheit auftritt, Verkrampfungen gegeben sind und die Schmerzen nun auch nicht gerade prickelnd sind, kommt uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ damit erstaunlich gut klar. Und zwar ohne deswegen immer wieder in Dissoziationen zu geraten. Auch echt gut.

Wenn ich Notfall-Medikamente genommen habe oder gar in eine Klinik gegangen bin im Jahr 2018, dann war es eine bewusste, geplante Entscheidung und nicht aus der Not heraus gezwungenermaßen. Auch das ist wesentlich besser als früher.

Der gezielte Blick auf die vergangenen Geschehnisse ist in den meisten Fällen nun problemlos möglich und führt nicht mehr zur Dissoziation. Top!

Für mich persönlich besonders wichtig sind die folgenden Dinge:

Ich komme immer mehr an meine Emotionen heran. Glück, Zufriedenheit, Dankbarkeit und immer häufiger Gelassenheit. Ja, meine Emotionen. Ich bekomme sie nicht mehr nur als Emotionen anderer mit (sofern sie selbst welche haben). Das bringt tatsächlich immer noch ein gewisses Maß an Überforderung mit sich. Dennoch wird diese Entwicklung hier als etwas sehr Gutes angenommen.

Ich bin gerne für den Sohn da. Er ist mir wichtig, es ist ganz viel emotionale Bindung da. Das haben die älteren Kinder nicht von klein auf erfahren. Ja, die emotionale Bindung ist mittlerweile bei den großen dreien auch aufgebaut – trotz dessen, dass sie ihren eigenen Weg gehen und dieser uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ das ein oder andere Mal alles andere als logisch erscheint.

Es besteht nun ganz viel Vertrauen zu meiner Ehefrau. Ja, ich bezeichne es als bedingungsloses Urvertrauen, dass da über die Jahre entstanden ist. Ein Urvertrauen, dass aufgrund des Erlebten über Jahrzehnte völlig zerstört war und sich in Ur-Misstrauen verwandelt hatte. Meine Frau hat es ermöglicht neues entstehen zu lassen. Und dieses Vertrauen ermöglicht es, Nähe zu wünschen, zuzulassen, anzunehmen und zu genießen. Wow! Das war absolut unvorstellbar und ist nun sehr gut. Auch dass die Nähe etwas ganz persönliches ist und eben nicht alle irgendwie durcheinander springen oder auch da wären in solchen Momenten. Das ist sehr angenehm und sorgt zusätzlich für Sicherheit.

Ja, es geht mir weiterhin richtig gut – denn es läuft ganz viel richtig gut und ich konnte es mir vor Augen führen.

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ

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  1. M

    Melina

    Ja, das ist gut und freut mich für Euch! Glückwunsch!!!!!! <3

  2. I

    Ich danke dir für das Vertrauen, das du mir entgegen bringst.
    Und ich finde auch, dass da eine Menge richtig gut läuft.

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