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Von der Vase zur Wissenschaft

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Dieser Artikel stammt noch aus der Zeit vor der vollständigen Fusion und wurde daher von mir überarbeitet.

Ich habe sehr detailliert anhand des Bildes der Vase dargelegt, wie ich uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ verstanden habe. 'Verstehen' mein ich im Sinne, was mir geholfen hat meine Denkweise – die Funktion meines Gehirns zu begreifen. Mir ist dabei klar, dass weder ich eine Vase war, noch das in meinem Kopf eine Vase existent gewesen ist…

Blumenpott

Letztlich sind alle Bilder ein Hilfsmittel um das eigene Denken bzw. die Wahrnehmung des eigenen Innens, sich selbst und anderen begreiflich zu machen.

Bunte Scherben zeigen genau so deutlich das innere Chaos auf, wie Murmeln die durcheinanderrollen oder Puzzleteile die verstreut herum liegen. Diese und ähnliche Bilder machen die wissenschaftlich diffusen Informationen leichter verständlich. Denn tatsächlich sind viele Abläufe im Gehirn nicht ansatzweise so klar, wie sich viele Laien sich das vorstellen.

Ein Facharzt für Neurologie mit Spezialisierung im Bereich Gehirnforschung sagte gegenüber uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ einmal: "Wir kennen ganz genau die Funktionen eines ca. erbsengroßen Bereichs des Gehirns. Alles darüber hinaus ist ein logisches Schlussfolgern und Nachmessen. Nach dem Thema: Da kommt X rein und Y raus, also wissen wir, hier wird X in Y umgewandelt. Wie genau… das steht auf einem ganz anderen Blatt."

Es ist klar, dass die verschiedenen gespeicherten Informationen verarbeitet werden. Auch ist klar, dass ein Netzwerk von neuronalen Verbindungen notwendig ist um Vergangenes als Erinnerung abzurufen, Emotionen zu verarbeiten und Gefühle wahrzunehmen.

Im Falle einer Dissoziation geschieht wissenschaftlich gesehen nichts anderes, als das gewisse Verbindungen 'ausgesetzt' werden. Die Erinnerung oder die Emotionsgrundlage ist gespeichert, kann aber nicht abgerufen werden. Bei der DIS/DSNNS ist das neuronale Netzwerk an vielen unterschiedlichen Stellen offensichtlich nicht in der Lage die Weitergabe der Informationen zu ermöglichen. Es müssen also bestehende Verbindungen entweder reaktiviert oder neue gebaut werden.

Doch einfach neue Verbindungen zu bauen und so die über Jahre perfektionierten Denkmuster zu ändern, ist nicht einfach. Es sind regelrecht Blockaden vorhanden. Dabei möchte uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ dahingestellt lassen, ob es sich um physikalisch vorhandene Blockaden oder emotionale Blockaden handelt. uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ will hier jetzt auch nicht auf die Art und Weise, Herkunft und Stärke der Blockaden eingehen. Sicher dürfte aber sein, dass die eigenen Emotionen es erschweren an Trauma-Inhalte heran zu gehen. Und bestimmt wird es ungleich schwerer, wenn Automatismen, Konditionierungen oder Programmierungen aktiv sind.

Durch therapeutische Unterstützung kann man lernen diese Blockaden Stück für Stück ab zu bauen oder umgehen. Dies ist ein individueller Prozess – sowohl von der Art der Dinge, die als hilfreich empfunden werden als auch von der Dauer her. Auch wie viele der Blockaden so 'ausgehebelt' werden können ist individuell. Theoretisch ist es also so, dass – sofern man irgendwann bereit/in der Lage ist die vergangenen Erlebnisse ohne wenn und aber als die eigenen anzunehmen – man dann wohl auch auf alle seine individuelle Fähigkeiten als gesamtes mit der eigenen Wahrnehmung als Gesamt-Persönlichkeit zurückgreifen.

Nun sind bei uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ laut fachmännischer Meinung keine Programmierung sondern ’nur' Konditionierungen vorhanden und ich merke selbst, wie schwer es ist das theoretische Wissen vollständig anzuwenden!

Aber selbst mit der ’nur' teilweisen Anwendung des Wissens ist eine Stabilität, Ausgeglichenheit und Zufriedenheit erarbeitet worden, wie sie in den Jahren zuvor nicht gegeben war.

Wie sieht es nun also Gehirn-technisch aus?

Ich komme an (wie ich meine) alle Trauma-Erinnerungen heran und kann diese 'betrachten' ohne dass ich dissoziiere. Es sind weiterhin mit schmerzhafte Emotionen verbundene Erinnerungen. Somit sind diese Verbindungen offensichtlich nun wieder aktiv / neu geschaffen.

Auch gibt es hier offensichtlich neuronale Verbindungen, die 'flackern'. Denn mal ist ein Abrufen von Informationen und Fähigkeiten aus einem bestimmten 'Lebensabschnitt' möglich, ein andermal wieder nicht. An, Aus, An, Aus… und das Anschalten funktioniert (immer noch) nicht auf Knopfdruck.

Gehirnwindungen

Das was mir trotz der vollständigen Fusion weiter arge Bauchschmerzen (oder eher Kopfschmerzen) bereitet ist die Tatsache, dass hier echt miese Handlungen (nach den Traumata und über die Jahre im Leben) begangen wurden, ohne dass die Täter Zugriff auf uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ hatten. Obwohl ich diese Handlungen nun zum größten Teil seit Jahren vollständig eingestellt habe und ich diese früheren Handlungen für mich annehmen konnte, löst die Erinnerung daran alles andere als Gutes aus.

Ich konnte im Laufe der Jahre mein Denkmuster ändern von: "Ich darf einfach so etwas nicht getan haben. Weil sich bei mir alles dagegen sträubt, so etwas zu tun." zu: "Ich habe es getan, obwohl es gegen meine Prinzipien ging. Und das war absolut nicht in Ordnung".

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ

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  1. B

    Birke E. von ZEiTENMOSAiK

    Wissen allein nützt nichts. Kann ich auch nenn Lied von singen… Sich mit kleinen Schritten anfreunden, wird dran sein Lieben Gruß

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