Therapie

Tsunami-Warnung

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Der Termin zur Begutachtung für die Invalidenkasse in der Schweiz rückt immer näher. Das Chaos was im Innen bereits in den letzten zwei Wochen ausgelöst wurde, steigert sich immer mehr. Zwar greifen bisher noch viele der erlernten Techniken um das Chaos nicht vollends nach Außen dringen zu lassen, aber einige Male in den letzten Tage hat auch das nicht sauber funktioniert. Umso wichtiger ist die Vorbereitung auf den Termin. Und hierbei ist eben nicht Anreise, Medikamente oder Rückreise gemeint. Vielmehr ist es die Vorbereitung im Innen, die immer mehr in den Fokus rückt.

Daher war bereits von langer Hand geplant in der Shiatsu-Therapie diesmal keine klassische Therapie zu machen, sondern eher auf einer sprachlichen Ebene Vorbereitungen zu treffen. Also so eine Art Psychotherapie light. Tatsächlich hat sich die heutige Stunde aber eher als eine Psychotherapie Xint+ erwiesen. uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ arbeitet gut und gerne mit Sprachbildern und die Shiatsu-Tante ist darin ebenso gut. So ergänzen wir uns da immer sehr, was oft für einen schnellen Fortschritt bei uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ sorgt.

Innerhalb weniger Sekunden sind wir dort immer in der Lage die Innen-Situation, Belastungen, Herausforderungen, Ängste und Co. darzulegen. Und genau so schnell stellt sich die Shiatsu-Tante auf uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ ein. 

Heute waren die Belastungen ganz schnell Thema. Wie immer werden die Dinge analysiert, die mit gewissen Wahrscheinlichkeiten in der Zukunft geschehen werden. Und aus der Erfahrung heraus die Analyse im Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen immer extrem genau. In dem nun aktuellen Fall ist einiges ganz klar:

Sollten uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ ohne Medikation bei der Gutachterin in der Schweiz auftauchen, führt das mit einer Wahrscheinlichkeit von 83% zum Super-GAU. Dieser würde bedeuten, dass die Gutachterin gezwungen wäre eine Notfall-Einweisung in eine geschlossene psychiatrische Einrichtung in der Schweiz vorzunehmen. Oder jemand anders würde das machen, weil sie dazu nicht mehr in der Lage wäre. Also ist klar, dass Medikation notwendig ist, denn das Risiko dann über Wochen dort festzuhängen und auf extreme Art re-traumatisiert zu werden, ist einfach zu hoch.

Schnell kamen wir auf das Bild eines Ozeans. Die obere (scheinbar ruhige) Wasserschicht ist das was von Anderen im Außen wahrgenommen wird. Aber mein gesamtes Innen ergibt die Wassermasse darunter. Und diese Wassermassen sind massiv in Bewegung. Die Kraft darin ist für die wenigsten Menschen vorstellbar. Die Gutachterin ist die (dumme) Touristin am Strand, die darauf wartet, das die Flut und somit das Wasser zu ihr kommt. Und das Gutachten ist das Seebeben, das die Wassermassen in Bewegung bringt und so einen Tsunami auslöst. Die Shiatsu-Tante ist sich durchaus bewusst, welche Kräfte dabei von uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ ausgehen – zu genüge kennt sie die Klinikberichte die von herumfliegenden schweren Pflegebetten berichten.

Was juckt es nun den Ozean, wenn er als Tsunami auf die Touristin trifft? Auf den ersten Blick scheinbar gar nicht. Sie wäre sowas wie ein Kollateralschaden – neben Bäumen, Sträuchern und Häusern, die das gleiche 'Schicksal' treffen würde. Doch es ist etwas anders als es auf den ersten Blick scheint. uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ sieht sich in der Gefahr, danach nicht wieder in das Seebett zurück zu können. Versandet, ausgetrocknet auf der Landmasse einer psychiatrischen Einrichtung, verdreckt mit den Resten der Zivilisation die der Tsunami mitgerissen hat. Das ist etwas was uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ auf keinen Fall durchmachen will.

So ist es für den Ozean also durchaus auch im Eigeninteresse schlimmste Schäden zu vermeiden und gewisse Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. So ist klar, dass die Medikamente als Wellenbrecher das Risiko dass die Touristin von der vollen Kraft des Tsunamis weggerissen wird reduzieren. Die Kraft wird auf ca. 30% gedrosselt. Die Gefahr, dass es zum Tsunami kommt, wird dagegen dadurch nicht geringer. Hierbei geht es nicht darum zu bewerten, ob der Ozean oder der Tsunami nun schlecht, böse oder sonst etwas ist, sondern sachlich festzustellen "Was passiert wenn und wie kann die Sicherheit erhöht werden." Dennoch geht das Ganze nicht ohne Emotionen – denn unter der oberen Wasserschicht ist nun einmal Unruhe.

Zusätzlich bemerkte die Shiatsu-Tante noch, dass es ja von der Touristin durchaus gewollt ist, mit zu bekommen, was da bei uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ los ist. Also warum versuchen das ganze völlig zu unterbinden? Das könne ja nicht das Ziel sein. Gefahr heraus nehmen: Ja. Krampfhaft verhindern: Nein. Das kommende Seebeben ist absichtlich herbeigeführt – sollen sie ruhig bemerken, in welchen Schlamassel sie sich gebracht haben.

Diese Urgewalt, die bei einer Eskalation dann auf die Touristin prallen würde, noch weiter zu reduzieren, ist einfach nicht möglich. Wenn das Seebeben stattfindet – und das wird es – ist es eine Frage dessen, wie stark es ist. Und die Stärke hat in diesem Fall die Touristin selbst in der Hand. Sie entscheidet, wie 'irrsinnig' sie den Ozean zum Beben bringt. Ist es ein leichteres Beben, wird kein Tsunami ausgelöst werden. Wird es ein Stärkeres und der Tsunami kommt ins Rollen, verhindern die Medikamente zwar die ganz großen Schäden. Aber den Schaden auf gegen Null herunter zu fahren ist nur dann möglich, wenn eine große Distanz zwischen dem Zentrum des Seebebens und dem Strand liegt. Diese Distanz bedingt auch Zeit – Zeit, die uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ braucht um z.B. Atemübungen zu machen und so den Tsunami 'abebben' zu lassen. Und auch Zeit, damit sich die Touristin in Sicherheit bringen kann. Wenn sie das denn will.

Und da nicht davon auszugehen ist, dass die Touristin in der Lage ist die Anzeichen eines Tsunamis zu erkennen, muss ein Frühwarnsystem her. Das war die 'Hausaufgabe'. 

Direkt vor Ende der Stunde wollte die Shiatsu-Tante dann wohl noch etwas Druck heraus nehmen. Sie sagte, dass es ja auch möglich sei, mit einem Boot auf dem Ozean zu fahren… aus uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ kam sofort heraus geschossen: "DIE bekommt von uns kein Boot! Nix da! Es hakt ja wohl!" Die Shiatsu-Tante hat sich gekringelt vor Lachen. Das sei die Ehrlichkeit, die sie von uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ kennt, meinte sie.

Hausaufgabe. Analyse auf der Rückfahrt. Frühwarnsystem. Einfach. Effektiv. Grün und rot. Kurzer Text vorab an die Gutachterin. Mehr nicht. Denn Reden wird eventuell nicht funktionieren in den ersten Minuten. Aufschreiben.

Erledigt.

Tsunami-Warnung kann also per Warnsystem ausgegeben werden.

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ

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  1. V

    Gute Vorbereitung glaub ich…
    In jedem Fall wünsche ich Erfolg, damit der Chaos zumindest ihrem Zweck erfüllt und nicht völlig um sonst.
    Ihr schafft das bestimmt, ihr seid so stark.

  2. M

    Maryla Leopold

    Ich finde deinen Mut dich dem zu stellen sehr mutig. Auch das du alles durchgedacht hast und dafür die Therapie „geändert“ hast finde ich gut.
    Ich wäre froh , nur etwas so zu sein wie du. Du bist ein großer Kämpfer, Hut ab und mach so weiter.

    Liebe Grüße
    Maryla

  3. D

    Drachenkinder

    Wir drücken auch die Daumen, dass ihr den Termin gut schafft. Toll auf jeden Fall, dass ihr euch da so gut vorbereitet habt und so viel durchdacht habt und das so detailliert auch aufgeschrieben habt für euch und auch für die Gutachterin was geschrieben habt. Finden wir schon mutig auch.

    Schicken euch viel Kraft für den Termin und wünschen euch das Beste dafür.
    Liebe Grüße,
    drakis

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