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Innenarbeit ist so anstrengend

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[Update: Der Beitrag wurde nach der vollständigen Fusion angepasst]

Auch als sogenanntes 'integriertes System' ist scheinbar nie Schluss mit der Innenarbeit. Die größte Herausforderung dabei war für mich… 

…bereit zu sein die Nähe derjenigen zuzulassen, die sich das wünschen. Mehr noch, sie anzunehmen und dabei als gut zu empfinden ist ebenso eine Herausforderung. Eine Weitere war, zu respektieren, dass einige nicht mit mir besonders ’nah' befreundet sein wollten, sondern sich andere aussuchen, denen sie nahe sind. Das es zu Fusionen kommt… dazu, dass eine Persönlichkeit in einer Anderen bewusst aufgeht um so die Erinnerungen, Eigenschaften und Fähigkeiten weiter zu geben und in derjenigen weiter zu leben – das machte mir immer wieder Sorge. Nicht der Umstand an sich. Ich habe es schon selbst erlebt, wie diese vollständige Annahme des Anderen positiv wirkt.

Auch wenn es immer dazu geführt hat, dass es in der Zusammenarbeit leichter, effektiver und stabiler wurde – so blieb bei mir die Sorge, dass ich eines Tages ohne (alle) die anderen da stehe und alleine das Leben regeln muss, mit dem ich heute bereits oft genug bis an die Grenze belastet bin.

Außerdem waren es gerade die 'alten Weggefährten', die die Schritte zuerst gingen jemandem Nahe zu sein oder sich zu vereinen. Es kam dieses Gefühl vorab auf, dass ja dann jemand weg ist, der immer da war. Jemand mit dem man sich austauschen konnte. Tatsächlich wusste ich, dass derjenigen Innen eben nicht verschwindet, sondern denjenigen mit dem er sich vereint um all diese Facetten bereichert und vervollständigt. Ich selbst habe es selbst erlebt.

Und wenn andere im Innen sich nun vereinen, so führt es dazu, dass diese zwei Scherben quasi wieder zu einer Scherbe zusammengefügt werden. Es fehlt nichts und der Riss ist so gut 'repariert' – ja regelrecht restauriert –  dass es (fast) nicht zu erkennen ist, dass es dort mal eine Trennung gab.

Die Rekonstruktion der 'Vase' braucht Zeit und Geduld. Und das ein oder andere Mal den Mut, Teile, die nebeneinander in der Vase gesetzt wurden wieder herauszunehmen, genauer zu betrachten und zu schauen, ob man sie wieder zu einer Einheit restaurieren kann. Letztendlich wird man erst 'irgendwann' sehen, wie viele der Scherben wieder eine Einheit bilden und wie viele Risse die gesamte Vase irgendwann in den nächsten Jahren noch so aufweist. 

Wahrscheinlich wird das auch davon abhängig sein, wie sehr man als 'Restaurator' seine Fähigkeiten verbessert. Ich hoffte damals nicht darauf, dass die Vase vollständig wieder hergestellt wird. Das war kein dediziertes Ziel. Ehrlich gesagt, bereitete mir ein solcher Gedanke bis ganz zum Schluß immer noch Bauchschmerzen – trotz all der Erfahrungen, Übungen und Erfolge…

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ

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  1. V

    Ich glaube das ist schon hart so vertraute Anteile zu "verlieren". Vor allem welche, die wie gute Freunde waren, die immer geholfen haben… Und ja, alles alleine zu machen, das hört sich für mich auch sehr beängstigend an. Bin ja jetzt schon überfordert.

    Du/Ihr hast so viel Mut und Kraft! Hut ab!
    Wenn ich daran denke, die Arbeit an uns hört nie auf, könnte ich mich gleich um die Ecke bringen, denn was für ein Sinn soll all das haben? Ich warte sehnsüchtig auf den großen Tag, ab dem alle Sorgen der Vergangenheit gehören. Dieses "arbeiten" wird ja kein Ende nehmen in dieser blöden Welt!

    Alles Liebe euch

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