Therapie

Innen-Kommunikation

Therapie

therapie

um author

Der Beitrag wurde Ursprünglich 2018 geschrieben und nach der vollständigen Fusion in die Vergangenheitsform geändert.

Angespornt durch einige Kommentare hier im Blog, per E-Mail und auch durch den Beitrag von lunis möchte uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ ein wenige genauer auf die Innen-Kommunikation hier eingehen. Was verstehe ich unter Innen-Kommunikation? Wie lief diese hier ab?

Innen-Kommunikation konnte hier in zwei Gruppen eingeteilt werden.

  1. Bewusste Kommunikation
  2. Alltägliche Kommunikation

Bewusste Kommunikation

Bei der bewussten Kommunikation nahm ich mir gezielt Zeit für ein bestimmtes Thema, eine bestimmte Emotion oder eine(n) bestimmte(n) Innen. Ich setzte mich entweder vor das Diskussionsbuch und schrieb dort hinein, tippte am PC, machte Achtsamkeitsübungen oder eine Innenreise. Die kleinen Achtsamkeitsübungen dienten hier dazu kurz eine Rückmeldung oder Information nach Innen zu geben. Bei der Innenreise handelte es sich um eine längere Achtsamkeitsübung mit der ich mich an den inneren sicheren Ort begab, den ich in der Therapie erarbeitet hatte. Oder für den Laien: Ich stellte mir so detailliert wie möglich einen realen Ort vor, der für uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ mit besonderen, guten Erinnerungen verbunden war. Hier honnte ich sowohl zur Ruhe kommen, abschalten und entspannen, als auch längere ungestörte Innen-Gespräche führen. Das Diskussionsbuch und das Schreiben am PC dagegen war eher anstrengend – am PC weniger als im Diskussionsbuch, wo sich halt auch die Schriftführung komplett änderte. 

Welche Themen wurden da so besprochen? Das kam ganz darauf an. Mal waren es Punkte, die in einer der Therapien hoch gekommen sind und nochmal durchgearbeitet werden mussten. Dann waren es aber auch Dinge, die rein mit der Zusammenarbeit zu tun hatten. So konnte sich z.B. auf außergewöhnliche Termine vorbereitet werden – was allerdings nicht bedeutet, dass dann alles auch wirklich so ablief wie besprochen.

Alltägliche Kommunikation

Im Alltag zeigte sich die Innen-Kommunikation meist nicht im Außen. Aber auch das kam zwischendrin mal vor. Dann kommentierte jemand laut nach Außen die Dinge die gerade nervten, anstrengend oder auch lustig waren.

Ich habe es mal als Souffleur beschrieben und das traf auf einige zu. Sie flüsterten oder redeten im Innen recht leise – aber durchaus so 'penetrant', dass ich irgendwann (manchmal auch ziemlich genervt) darauf einging. Dann konnte es sein, dass ich leise oder laut nach Innen antwortete – manchmal auch für Außenstehende hörbar. Oder ich gab die Aussagen dann an jemanden im Außen weiter – je nachdem was im Innen 'gewünscht' war.

Die andere Gruppe platzte mit ihren Kommentaren einfach heraus – nix Souffleur – eher Regieanweisung! Das passierte dann auch viel häufiger für andere im Außen hörbar.

Beide Gruppen hatten aber eines gemeinsam: Irgendwie sind sie fast immer zugange gewesen. Eine(r) hatte immer was zu kommentieren. Und das störte beim TV, dem Musik hören, dem Telefonieren (da ist uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ aber auch weiterhin fast taub) und auch bei Gesprächen mit außenstehenden Personen. Fahrten mit dem Bus oder andere Dinge, wo viele Außenreize auf uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ einwirkten, waren daher immer wie einem Saal, der voller (selbsternannter) Fachleute ist, die zu unterschiedlichsten Themen diskutieren. Und immer wieder musste ich mich im Innen einbringen um den einen zu beruhigen oder der anderen was zu erklären. 

Bei vielen alltäglichen Arbeiten dagegen war es hier innen tatsächlich recht ruhig. Gerade die Hausarbeit gemeinsam mit Ionovia – wie z.B. gemeinsames Kochen – waren von viel Ruhe gekennzeichnet. Aber man kann ja nicht den ganzen Tag nur kochen ;)

Die alltägliche Kommunikation kam auch in der Therapie zum tragen. Im Regelfall gab ich die Aussagen aus dem Innen an den Thera weiter – oder kommentierte sie nach Innen, wenn es gerade nicht besprochen werden konnte.

Anmerkung

Nach der eigentlichen Zersplitterung in der Kindheit lief es vor Tag X es irgendwie – nicht in bewusster Absprache, aber ziemlich effektiv. Die Stimmen waren immer da – das war mit Rückblick auf das Erlebte immer der Normalzustand für uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ. Dann gab es einen großen Zusammenbruch aufgrund äußerer Umstände. In den letzten Jahren der Therapie wurde sich dann eine bewusste Kommunikation Stück für Stück erarbeitet. Gerade in der Anfangs-'Phase' (Phase ist gut, dauerte es ja den größten Teil der vergangenen Jahre) war es gefühlt ein Kampf um die Vorherrschaft im Innen und Außen. Absprachen waren damals oft nicht möglich. Eine Änderung trat ein, als gewisse Therapeuten die bis dahin perfektionierten Mechanismen durchbrachen – und das war gefühlt der absolute Tiefpunkt! Das hat sich damals einfach nur schlecht angefühlt. Schließlich war alles, was über Jahre, ja Jahrzehnte Fakt war plötzlich hinfällig. Das weiter gemacht wurde war auch dem verständnisvollen, stabilisierenden Außen zu verdanken: Vor Allem Ionovia, aber auch der Akzeptanz durch die großen Kinder, den Schwiegereltern, einigen Freunden und den Therapeuten.

Danke!

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ

Weitere Beiträge aus der Kategorie

Therapie

«

»

  1. M

    Melinas

    Ich kann gar nicht viel dazu sagen….meine Kommunikation läuft ziemlich automatisch und ich muss oft hinterher auf die Suche gehen, von wem jetzt diese "lauten Gedanken" waren. Merke es selten im Jetzt.

  2. B

    Birke E. von ZEiTENMOSAiK

    Danke für den Beitrag… in mir ruft es ganz laut: "JAAAAAA, genau SO"… und gemeint ist: "mache Achtsamkeitsübungen oder eine Innenreise. (…) Hier kann ich sowohl zur Ruhe kommen, abschalten und entspannen, als auch längere ungestörte Innen-Gespräche führen."
    Danke für diese Worte… GENAU SO ist es hier auch… Achtsamkeitsübungen oder andere Wahrnehmungsübungen oder Meditatoinen etc… und "nebenbei" Entspannung, aber vor allem Innen-Gespräche… cool, ja wird mir jetzt nochmal sehr klar, warum ich so gerne "Pause" im Bett mache und sooo frustriert bin, wenn "ich" da getriggert wird und Körpererinnerungen kommen, weil EIGENTLICH, ja eigentlich geht es um Innen-Kommunikation dabei… in Entspannung… cool. Danke… DAS ist Innenkommunikation… JA (bin grad ganz begeistert, mal wieder so ein Augenblick, wo etwas Sprache bekommt und verstanden wird… durch das Lesen bei anderen und von den Erfahrungen von anderen.)

  3. I

    Ich bin immer gerne für dich da.

  4. L

    Sehr sehr sehr treffend beschrieben. Sehr toll danke sehr.
    Bei uns klappt zwar so ein Innentreffen al la meditativ im sicheren Ort nicht aber die „Halle voll selbsternannter Experten *hahah ja genau.
    So ist es.
    :-)
    Danke dafür

Schreibe eine Antwort

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Zustimmung zur Datenspeicherung gemäß DSGVO (Pflichtfeld)

Theme von Anders Norén