Therapie

Ein Plan für die Therapie

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Morgen ist der erste Tag der Therapie nach meiner abschließenden Fusion die ich heute durchführen konnte. Ich habe tausende von Fragen – von denen ich sicher hunderte schon in den letzten Jahren der Therapie gestellt habe und bei denen ich nun erneut Anleitung brauche. Anleitung, die ich in meiner für mich völlig neuen Selbst-Wahrnehmung anwenden kann.

Ich weiß, dass ich jetzt nicht den letzten Tatort betrachten kann, ohne in Panik zu geraten. Aber das muss jetzt nicht sein! Es gibt schöneres mit dem ich mich auseinandersetzen möchte. In den vergangenen Therapieblöcken ging es immer wieder um die schlimmen Dinge aus der Vergangenheit. Annehmen, was alles passiert ist – dabei ging es immer weiter in die Vergangenheit. Danach sich mit den Emotionen dazu auseinandersetzen und konfrontieren, aushalten, einen neuen sachlichen Umgang lernen, wenn die Flashbacks aufkamen. Damit umgehen lernen, dass die Hand taub ist und es körperliche Schmerzen gibt. Akzeptieren, annehmen. Nicht immer Werten, sondern nur annehmen, dass es so ist. Und das bei all den schlimmen Dingen. Angsttherapie, Traumatherapie, Trauerarbeit. Auch wenn all diese Schritte notwendig waren, so waren sie alle mehr als nur anstrengend. Ich fühlte mich, als ob ich durch die Gehenna gehe. Und oft genug dachte ich, dass ich das alles nicht überstehen werde.

Das einzig schöne innerhalb der Therapie war der innere Ort der Sicherheit. Und selbst den musste ich 'verteidigen' um ihn mir zu erhalten. Meinen 'Ort' um zwischendrin mal eine Auszeit zu haben, der Ort an den ich mich gedanklich zurück zog, wenn ich mit mir kämpfte, wenn ich Ruhe brauchte, wenn ich gegen die Angst angehen wollte, wenn ich mich mit meinem Innen geordnet austauschen wollte. Der Ort an dem jede Fusion gedanklich stattfand. Weil ich die Sicherheit diese realen Gemäuers in meinen Innen brauchte um nicht aufzugeben. Ein Ort der Festung und Garten in einem war.

Dieser Ort ist seit heute nicht mehr essentiell wichtig. Die Burg ist eine Burg, der Garten ein Garten es sind tausende von Erinnerungen aus der Therapie und hunderte aus der Realität damit verbunden. Und diese Erinnerungen kann ich mir in den Sinn rufen, ohne an diesen Ort 'reisen' zu müssen. Weder real noch imaginär. Mein Glaube und mein Wille reichen aus.


Ich konnte einen ganzen Schritt weiter kommen, indem ich nun wirklich alles als meines angenommen habe und damit auch klar ist, dass alles was ich früher abgespalten hatte als Facetten in mir vorhanden ist. Und auch alle Fähigkeiten sind generell vorhanden. Welche ich davon weiter aufrecht erhalten und verwenden will, bleibt dabei völlig meiner Entscheidung überlassen.

Und da alle diese Punkte / Facetten Teil von mir sind und aus der Vergangenheit in die Gegenwart mich geformt, geprägt und angereichert haben, ist der Name unsereins & me weiterhin passend.

Es ist ein neuer Teil-Abschnitt erreicht und das abschließende Bild aus der Präsentation darf sanfter, ausgeglichener, freier und bunter werden. Auch als integriertes System mit der Wahrnehmung als eine einzige Persönlichkeit darf ich bunt und facettenreich sein. Ich muss nicht langweilig und dröge sein und nur noch ein paar wenige Eigenschaften aufweisen.

Ein Leben mit Punkten
Ich nehme mich als eine Person wahr, die nun den Mut hat, einzelne Facetten zu zeigen und die Kraft Facetten die schädigend sind nicht auszuleben.

Es ist nun ein ganz neuer Therapieansatz notwendig. Ja, es wird sehr wahrscheinlich weiter Verhaltenstherapie sein, das ist mir klar. Ich werde wohl vieles an meinem Verhalten weiter 'ausbalancieren' können. Viele Emotionen werde ich neu erleben, erfahren und zum Teil auch das erste mal im Leben genießen können. Auch das ist mir klar. Doch in dieser für mich neuen Erlebens-Welt möchte ich eine Therapie machen, die mir das Positive vollends eröffnet und mit der ich mich weiterhin im Hier und Jetzt halten kann… Nein… mit der ich mich Erden kann. Ein Umschreibung, die ich bisher nie für mich annehmen konnte. Dabei ist das so viel sanfter als 'halten'…

Morgen werde ich dem Thera alles darlegen, was ich in den letzten Monaten für mich erreicht habe und übermorgen das gleiche nochmals mit dem Facharzt besprechen. Und dann ist auch der nächste Termin mit der Shiatsu-Tante. Mal sehen, was die drei mir für Therapie-Vorschläge machen können ☺.

Ich fühle mich frei, trotz der neuen Herausforderungen, die da auf mich zukommen in diesem Leben. Alles so neu und so spannend.

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ

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  1. M

    Melinas

    Gratuliere – wie schön für Dich, dass Du soviele Jahre geschenkt bekommen hast um der zu werden, der Du sein wolltest und bist.

    • u

      Danke dir. Das ich so sein wollte, kann ich nicht sagen… Wusste ich ja über lange Zeit nicht ansatzweise was möglich sein könnte. Aber der jetzige Moment ist einfach nur schön!

  2. J

    Jemand von hier..

    Wow! Ich finde es Hammer und echt bewundernswert wie du diesen harten weg gegangen bist und das so durchgezogen hast! Respekt!
    Schön das du es so genießen und annehmen kannst – freue mich riesig mit dir!

  3. B

    Freue mich sehr für dich. Zeigt es doch, was generell möglich ist.
    Dankeschön für’s erzählen und mitfreuen lassen.
    Feiere schön. Ich denke, das ist ein wunderbarer Anlass!
    Liebe Grüße
    "Benita"

    • u

      Ich kann dir gar nicht sagen, wie 'wohlig' ich mich fühle. Und das trotz einer Erkältung, die mich gerade erwischt hat. Die ist gerade emotional gesehen total wurscht ☺

      Danke dir für dein 'Mitfreuen'!

  4. V

    Von uns ein herzlichen Glückwunsch. Ein neues Leben fängt da für dich quasi an.
    Die intensive Arbeit hat sich für dich nicht als umsonst erwiesen ❤️. Das freut mich sehr.
    Möge es sich weiterhin so positiv entfalten.

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