Nacht 1

Es ist alles so aufregend… immer… also in den letzten Jahren gab es schon immer wieder einige Zeiten in denen die neue Wahrnehmung besonders aufregend und auch sehr (über)fordernd war. Die einzelnen Fusionen gingen immer mit einer stark geänderten emotionalen Wahrnehmung und mehr Ruhe im Kopf einher. Es war also nicht zu erwarten, dass bei dieser großen, endgültigen und abschließenden Fusion alles total einfach werden würde.

Im Gegenteil: Es ist anstrengend keine Stimmen zu haben und keine Wahrnehmung von 'da ist jemand anderes, der einspringen oder mich unterstützen kann'. Ich habe schon früher mal Tage gehabt, wo es ruhig war im Innen und ich an die von mir Abgespaltenen gar nicht heran kam. Doch dies hier ist eine ganz andere Wahrnehmung – ein ganz anderes Empfinden. Ja, es ist voller Wärme. Ja, es ist so positiv. Aber dennoch ist es anstrengend!

Einen Marathon zu laufen ist anstrengend! Und wenn man mit diesem einen Marathonlauf fertig ist, dann ist man danach geschafft. Man ist ausgepowert aber zufrieden und stolz. Und ausgepowert. Erwähnte ich das schon?

So ungefähr ist es jetzt. Ich habe früher Langstreckenlauf gemacht. 5, 10, 15 und mehr Kilometer. Danach war ich fertig und zufrieden. Ich habe Ergometer-Training gemacht – 45 Minuten bei Volllast. Auch danach war keine Energie mehr vorhanden, aber dafür umso mehr Zufriedenheit. Ich kenne dieses Gefühl also aus dem körperlichen Aspekt heraus und es berührt mich nun in Bezug auf das Innen noch viel mehr.

Vor jeder Nacht habe ich ein 'Ritual'. Nach dem 'Gute Nacht sagen' wird noch eine Zeit lang einfaches am Handy gedaddelt. Dann wird gebetet und danach findet ein Innengespräch statt, bei dem verschiedenes vom vergangenen Tag abgeklärt wird. Es ist ein Eingehen auf die Abgespaltenen. Anfangs mit einer Innenreise an den sicheren Ort, später ein direkter Dialog.

Gestern Nacht wurde mir klar, dass das nicht mehr gehen würde. Keiner mehr da zum 'Quatschen'. Meine Frau musste also 'ertragen' dass ich einige Gedanken los wurde… bzw. sie musste reden, damit ich mir nicht alleine vorkam. Nach wenigen Minuten war es aber so, dass diese ungewohnte Situation annehmbar war. Ionovia konnte schlafen, ich daddelte noch ein wenig, nahm mir die Zeit für ein Gebet und dann… lag ich da… Kein Gespräch.

Wie bitte führt man eine Tagesbetrachtung, wenn man sich nicht darüber austauschen kann? NARF!

Es gab hier entweder den tollen Status des Austauschs oder null Reflektion zu den Zeiten, wo ich keine Kenntnis von meiner Diagnose hatte. Aber einen anderen Umgang kenne ich bisher nicht.

Also ab damit auf die Liste für den Therapeuten: Tagesrückblick ohne andere aber mit allen meinen Emotionen. Oder aber irgend ein andere Einschlaf-Ritual entwickeln, dass mit meiner jetzigen Wahrnehmung harmoniert.

Echt bekloppt, welche 'Kleinigkeiten' gerade als Herausforderung wahrgenommen werden… ja, ich weiß – es ist keine Kleinigkeit…

Der Schlaf war aber – trotz der Erkältung die mich dank Arztbesuch (Checkup mit Blutentnahme war fällig und das Wartezimmer voll mit Seuchenherden bis unter die Decke) erwischt hat – ziemlich erholsam und bis auf zwei Unterbrechungen auch Okay.

So bleibt es ’spannend'… Das Tab ist eingepackt, das Video ist dabei und der Thera wird sich gleich erstmal anhören müssen, dass er wohl einen ganz guten Job gemacht hat in den letzten Jahren und sich nun mal einfallen lassen soll, wie ich gewisse Fähigkeiten einbinden und meinen Alltag
sinnvoll gestalten kann.

Um was man sich da alles kümmern muss… macht man sich vorher zu wenig Kopf drum…

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