Innen-Kommunikation

Angespornt durch einige Kommentare hier im Blog, per E-Mail und auch durch den Beitrag von lunis möchte unsereins & me ein wenige genauer auf die Innen-Kommunikation hier eingehen. Was versteht unsereins & me unter Innen-Kommunikation? Wie läuft diese hier ab?

Innen-Kommunikation kann hier in zwei Gruppen eingeteilt werden.

  1. Bewusste Kommunikation
  2. Alltägliche Kommunikation

Bewusste Kommunikation

Bei der bewussten Kommunikation nehme ich mir gezielt Zeit für ein bestimmtes Thema, eine bestimmte Emotion oder eine(n) bestimmte(n) Innen. Ich setze mich entweder vor das Diskussionsbuch und schreibe dort hinein, tippe am PC oder mache Achtsamkeitsübungen oder eine Innenreise. Die kleinen Achtsamkeitsübungen dienen hier dazu kurz eine Rückmeldung oder Information nach Innen zu geben. Bei der Innenreise handelt es sich um eine längere Achtsamkeitsübung mit der ich mich an den inneren sicheren Ort begebe, den ich in der Therapie erarbeitet habe. Oder für den Laien: Ich stelle mir so detailliert wie möglich einen realen Ort vor, der für unsereins & me mit besonderen, guten Erinnerungen verbunden ist. Hier kann ich sowohl zur Ruhe kommen, abschalten und entspannen, als auch längere ungestörte Innen-Gespräche führen. Das Diskussionsbuch und das Schreiben am PC dagegen ist eher anstrengend – am PC weniger als im Diskussionsbuch, wo sich halt auch die Schriftführung komplett ändert. 

Welche Themen werden da so besprochen? Das kommt ganz darauf an. Mal sind es Punkte, die in einer der Therapien hoch gekommen sind und nochmal durchgearbeitet werden. Dann sind es aber auch Dinge, die rein mit der Zusammenarbeit zu tun haben. So kann sich z.B. auf außergewöhnliche Termine vorbereitet werden – was allerdings nicht bedeutet, dass dann alles auch wirklich so abläuft wie besprochen.

Alltägliche Kommunikation

Im Alltag zeigt sich die Innen-Kommunikation meist eben nicht im Außen. Aber auch das kommt zwischendrin mal vor. Dann kommentiert jemand laut nach Außen die Dinge die gerade nerven, anstrengend oder auch lustig sind.

Ich habe es mal als Souffleur beschrieben und das trifft auf einige zu. Sie flüstern oder reden im Innen recht leise – aber durchaus so ‚penetrant‘, dass ich irgendwann (manchmal auch ziemlich genervt) darauf eingehe. Dann kann es sein, dass ich leise oder laut nach Innen antworte – manchmal auch für Außenstehende hörbar. Oder ich gebe die Aussagen dann an jemanden im Außen weiter – je nachdem was im Innen ‚gewünscht‘ ist.

Die andere Gruppe platzt mit ihren Kommentaren einfach heraus – nix Souffleur – eher Regieanweisung! Das passiert dann auch viel häufiger für andere im Außen hörbar.

Beide Gruppen haben aber eines gemeinsam: Irgendwie sind sie fast immer zugange. Eine(r) hat immer was zu kommentieren. Und das stört beim TV, dem Musik hören, dem Telefonieren (da ist unsereins & me fast taub) und auch bei Gesprächen mit außenstehenden Personen. Fahrten mit dem Bus oder andere Dinge, wo viele Außenreize auf unsereins & me einwirken, sind daher immer wie einem Saal, der voller (selbsternannter) Fachleute ist, die zu unterschiedlichsten Themen diskutieren. Und immer wieder muss ich mich im Innen einbringen um den einen zu beruhigen oder der anderen was zu erklären. 

Bei vielen alltäglichen Arbeiten dagegen ist es hier innen tatsächlich recht ruhig. Gerade die Hausarbeit gemeinsam mit Ionovia – wie z.B. gemeinsames Kochen – sind von viel Ruhe gekennzeichnet. Aber man kann ja nicht den ganzen Tag nur kochen 😉

Die alltägliche Kommunikation kommt auch in der Therapie zum tragen. Im Regelfall gebe ich die Aussagen aus dem Innen an den Thera weiter – oder kommentiere sie nach Innen, wenn es gerade nicht besprochen werden kann.

Anmerkung

Nach der eigentlichen Zersplitterung in der Kindheit lief es vor Tag X es irgendwie – nicht in bewusster Absprache, aber ziemlich effektiv. Die Stimmen waren immer da – das war normal und ist mit Rückblick auf das Erlebte immer noch der Normalzustand für unsereins & me (aber der Umgang gegenüber Außenstehenden damit hat sich geändert). Dann gab es einen großen Zusammenbruch aufgrund äußerer Umstände. In den letzten Jahren der Therapie wurde sich dann eine bewusste Kommunikation Stück für Stück erarbeitet. Gerade in der Anfangs-‚Phase‘ (Phase ist gut, dauerte es ja den größten Teil der vergangenen bald sieben Jahre und ist erst seit ‚Kurzem‘ so eingespielt wie jetzt *Augenrollen*) war es gefühlt ein Kampf um die Vorherrschaft im Innen und Außen. Absprachen waren damals oft nicht möglich. Eine Änderung trat ein, als gewisse Therapeuten die bis dahin perfektionierten Mechanismen durchbrachen – und das war gefühlt der absolute Tiefpunkt! Das hat sich damals einfach nur schlecht angefühlt. Schließlich war alles, was über Jahre, ja Jahrzehnte Fakt war plötzlich hinfällig. Das weiter gemacht wurde war auch dem verständnisvollen, stabilisierenden Außen zu verdanken: Vor Allem Ionovia, aber auch der Akzeptanz durch die großen Kinder, den Schwiegereltern, einigen Freunden und den Therapeuten.

Danke!

(Besonders von der Quasselstrippe 😀 )

5 Gedanken zu „Innen-Kommunikation“

  1. Ich kann gar nicht viel dazu sagen….meine Kommunikation läuft ziemlich automatisch und ich muss oft hinterher auf die Suche gehen, von wem jetzt diese „lauten Gedanken“ waren. Merke es selten im Jetzt.

  2. Danke für den Beitrag… in mir ruft es ganz laut: „JAAAAAA, genau SO“… und gemeint ist: „mache Achtsamkeitsübungen oder eine Innenreise. (…) Hier kann ich sowohl zur Ruhe kommen, abschalten und entspannen, als auch längere ungestörte Innen-Gespräche führen.“
    Danke für diese Worte… GENAU SO ist es hier auch… Achtsamkeitsübungen oder andere Wahrnehmungsübungen oder Meditatoinen etc… und „nebenbei“ Entspannung, aber vor allem Innen-Gespräche… cool, ja wird mir jetzt nochmal sehr klar, warum ich so gerne „Pause“ im Bett mache und sooo frustriert bin, wenn „ich“ da getriggert wird und Körpererinnerungen kommen, weil EIGENTLICH, ja eigentlich geht es um Innen-Kommunikation dabei… in Entspannung… cool. Danke… DAS ist Innenkommunikation… JA (bin grad ganz begeistert, mal wieder so ein Augenblick, wo etwas Sprache bekommt und verstanden wird… durch das Lesen bei anderen und von den Erfahrungen von anderen.)

  3. Sehr sehr sehr treffend beschrieben. Sehr toll danke sehr.
    Bei uns klappt zwar so ein Innentreffen al la meditativ im sicheren Ort nicht aber die „Halle voll selbsternannter Experten *hahah ja genau.
    So ist es.
    🙂
    Danke dafür

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