Geschütztes und der Feed

Ich wurde darauf angesprochen, dass es Probleme mit der Anzeige von geschützten Beiträgen im WordPress.com Reader gibt. Die meisten privaten Blogger, die einen Blog bei WordPress.com betreiben, werden wohl auch diesen internen Reader zum Lesen der Beiträge aus den gefolgten Blogs nutzen. Und ganz viele Leser, die selber keinen Blog haben, nutzten ebenfalls diesen Reader. Tatsächlich ist es nach Überprüfung so, dass nur wenige geschützte Beiträge überhaupt im WordPress.com Reader angezeigt werden. Technisch ist es aber so, dass die RSS-Datei, die die Daten bereit stellt, auch die geschützten Beiträge beinhaltet. Natürlich mit dem Hinweis, dass ein Passwort benötigt wird. Nun möchte ich verschiedene Workarounds aufzeigen.

Vorab, laut WordPress.com Hilfe sollten nur Private Beiträge nicht im Feed auftauchen. Geschützten Beiträge dagegen sollten ganz normal angezeigt werden. Dies ist aber offensichtlich nicht so! Auch das Löschen von Cookies und gespeicherten Browser-Daten, das der Support andeutet, bringt nur für eine gewisse Zeit etwas.

Die einfachste Lösung

Neben der Möglichkeit einfach gar keine geschützten Beiträge zu verwenden – was ich aber nicht für gut halte, wenn jemand ja für sich selbst entscheidet, dass es ihm eigentlich wichtig wäre etwas nur mit gewissen Personen zu teilen – gibt es eine einfache Lösung.

Der Blogger hat selber in der Hand, einen weiteren Beitrag zu schreiben, der ungeschützt ist und einen Link auf ein Passwort-Anfrage-Formular sowie einen Link auf den geschützten Beitrag beinhaltet. Dann können die regelmäßigen Leser alle Beiträge sehen und mit einen Zusatz-Klick den Beitrag lesen. Unter gewissen Umständen tauchen dann zwar im WordPress.com Reader der Beitrag dann zwar einmal in der geschützten und der ungeschützten Variante auf, aber es geht bei niemandem ein Beitrag unter.

Die Lösung für den Blog-Leser

Auch hier die einfachste Lösung zuerst: Sofern der Blogger es anbietet, die Funktion „Blog per E-Mail abonnieren“ nutzen und nicht die WordPress.com interne Funktion „Blog-Folgen“. Dann bekommt man immer eine E-Mail, sobald ein Beitrag veröffentlicht wurde und kann von dort den Beitrag öffnen. Das ist dann zwar auch außerhalb des WordPress.com Readers, aber eben einfach umzusetzen.

Nun folgt die komplexere Variante für all diejenigen, die als Blog-Leser nicht darauf vertrauen wollen, ob die Blogger den oben genannten Tipp umsetzen.

Es gibt nun einige Alternativen, die je nach Vorliebe des Einzelnen genutzt werden können, um alle Beiträge zu sehen. Die Alternativen sind immer irgendwelche anderen sogenannten „RSS-Reader“. Es gibt Online-Dienste, Programme für die Installation auf dem Rechner, Erweiterungen für den genutzten Browser und Apps für die mobilen Geräte. Da die deutschsprachigen Blogger, die das hier gerade lesen wahrscheinlich auch gerne eine deutsche Oberfläche haben möchten, fallen viele Dienste aber schon aus dem Raster.

Da die installierbaren Programme mich alle in ihrer Bedienung nicht ansatzweise zufrieden gestellt haben und die Meisten davon sogar seit Jahren nicht mehr aktualisiert werden, gehe ich da nur auf eine Möglichkeit ein. Ebenso ist für mich auch bei den Online-Diensten nur ein Angebot akzeptabel.

Online-Dienst

Feedly ist auf allen Plattformen verfügbar, ist in der Basis-Version kostenfrei und hat einiges zu bieten was die Verwaltung der abonnierten Seiten angeht. Aber leider ist die Oberfläche komplett in Englisch. Feedly hat den Vorteil, dass einmal eingerichtet, auch auf dem Smartphone alle Einträge schön sortiert und synchronisiert zur Verfügung stehen, wenn man die Feedly App nutzt.

Desktop-Programm

Thunderbird ist ein Mail-Programm von Mozilla für Windows, Mac und Linux und kann neben E-Mails auch RSS-Feeds lesen. Wer aber mit einem anderen E-Mail-Programm arbeitet, wird hierfür keine Verwendung haben.

Browser-Lösung

RSS-Logo

Die sinnigste Variante dürfte wohl sein, einen RSS-Reader zu benutzen, der direkt im Browser läuft, den man so alltäglich nutzt. Der Web-Browser Opera hat die RSS Verwaltung und Lese-Funktion direkt eingebaut. In der Adresszeile dieser Browser ist dann auf Seiten, die neue Beiträge gesammelt ausliefern, das RSS-Logo zu sehen. Durch Klick auf dieses Logo kann man den Feed dann abonnieren und über die Lesezeichen des Browsers dann auch wieder lesen. Bei Firefox sind entsprechende Erweiterungen/Plugins notwendig, seit Mozilla 2018 den RSS Reader aus dem Browser entfernt hat.  Da ich diesen Browser aber nicht nutze, kann ich hier keine Empfehlungen aussprechen sondern man müsste sich durch die Liste selber durchprobieren.

Bei Chrome ist immer die Installation einer Erweiterung nötig. Hier sind mir zwei Erweiterungen positiv aufgefallen. Als Erstes The RSS Aggregator. Trotz des englischen Namen ist die Oberfläche in deutsch verfügbar und bietet eine gute zu bedienende Oberfläche. Die Einrichtung ist einfach gestaltet und es ist möglich die Blogs zum Beispiel Thematisch zu gruppieren. Das Zweite ist Feedbro. Meines Erachtens nach eigentlich sogar noch etwas besser, als der zuerst genannte und wird auch ganz aktuell weiter entwickelt. Zudem hat dieses Programm Funktionen zum Markieren und Speichern von Beiträgen. Auch sind dort einige Arbeiten viel schneller erledigt, die in The RSS Aggregator nur mit Dutzenden von Klicks machbar sind. Feedbro hat aber den Nachteil bisher nur eine englischsprachige Oberfläche anzubieten. Hier bin ich mit dem Entwickler im Gespräch – mal sehen, ob sich da was ändert.

Beide Erweiterungen zeigen ein kleines Icon oben Rechts im Browser an, so dass man immer weiß, ob es überhaupt irgendwelche neuen Beiträge gibt. 

Mobile App

Neben dem bereits erwähnten Feedly gibt es für Android-Geräten Readify. Diesen halte ich für wesentlich besser. Denn Readify ist komplett kostenfrei, in deutsch und benötigt nicht wie Feedly extra einen Account bei einem Anbieter. Readify synchronisiert sich dabei also nicht mit den auf dem Rechner abonnierten Blogs. Allerdings gibt es da einen Weg, der für die meisten Nutzer passen dürfte.

Wie bekommt man nun die bereits abonnierten Blogs in die Reader hinein?

Im WordPress.com Reader gibt es unter Abonnierte Websites – Verwalten auf der rechten Seite das ••• Symbol. Beim Klick darauf ändert sich das Symbol und man bekommt die Möglichkeit alle abonnierten Blogs zu exportieren. 

Diese Datei kann man dann sowohl in den Online-Diensten als auch den Browser-Lösungen importiert werden. Das funktioniert soweit auch ganz gut – bis auf eine Sache. Wenn man bereits lange einem Blog folgt, dann sehr wahrscheinlich zu einer Zeit, als die Webseiten / WordPress.com Blog nicht mit Verschlüsselung ausgeliefert wurden. Diese alten Links hat WordPress.com im Reader in der Anzeige automatisch auf die neuen verschlüsselten Adressen umgebogen. Aber gespeichert sind weiter die alten Adressen.

Während Feedly in diesem Fall nur anzeigt, dass der Feed nicht verfügbar ist und daher auch nicht importiert, kann man bei den beiden genannten Erweiterungen für Chrome die Adressen manuell korrigieren. Feedbro zeigt „No entries to display“ allerdings nur an, wenn man einen Blog auswählt und dann kann man die Adresse in den Einstellungen ändern. The RSS Aggregator ist da schlauer und zeigt während des Imports der Datei den Fehler und das Feld zur Korrektur an.

Die Adresse muss dabei immer nach folgendem Schema umgeschrieben werden:

Vorher:
http://unsereins.me

Nachher:
https://unsereins.me/rss

Nach dem Import in einen der hier genannten Reader, kann man also noch die Blogs gruppieren, sortieren und umbenennen. Danach kann man sie wieder als Datei exportieren. Diese Datei mit den angepassten Daten kann man sich dann z.B. per Mail an sein Android-Gerät schicken und in die dort genutzte App Readify importieren. Dann kann man alles auf beiden Geräten anschauen. Aber: Was z.B. auf dem Handy gelesen wurde, ist auf dem Desktop dann immer noch als ungelesen markiert. Wenn einem diese Funktion wichtig ist, ist nur Feedly eine sinnvolle Möglichkeit. 

Was sind die Vorteile & Nachteile?

Der größte Vorteil einen anderen Reader als WordPress.com Reader zu benutzen ist die Sicherheit, dass man all Beiträge der jeweiligen Blogs mitbekommt. Auch das Gruppieren, Sortieren, Umbenennen und markieren einzelner Beiträge in eine Merk- oder Favoriten-Liste ist sicher eine tolle Funktion.

Nachteil ist außer dem einmaligen Aufwand sein System umzustellen sicher der Punkt, dass die Integration des WordPress.com Readers nicht genutzt werden kann. Wer also Wert darauf legt im Reader schnell ein Gefällt mir Sternchen anzuklicken und zum nächsten Beitrag zu hetzen, wird weiterhin damit arbeiten müssen. Denn bei allen anderen Lösungen ist ein Klick zum Besuch des Blogs nötig um dort dann direkt die Kommentare und Gefällt mir abzugeben (sofern dies denn bei dem jeweiligen Blog eingestellt ist).

Ein großer Vorteil eines RSS-Readers hier ist im Übrigen, dass ein in dem jeweiligen Blog gespeicherte Passworteingabe dazu führt, dass man einen geschützten Beitrag auch direkt lesen kann. Ein abspringen in den Blog ist dafür also nicht nötig.


unsereins & me arbeitet schon seit langem nicht mehr mit dem WordPress.com Reader sondern nutzt Thunderbird als E-Mail- und Feed-Programm. Zusätzlich habe ich auf dem Smartphone Readify im Einsatz. Aktuell teste ich die beiden genannten Browser-Erweiterungen auf Herz und Nieren. 

Autor: bugi

4 Gedanken zu „Geschütztes und der Feed“

  1. Wir folgen überall per Mail und haben damit keine Probleme. Klar, man ruft den Blog mit dem Link auf um Gefällt mir zu drücken oder zu kommentieren.
    Und eigentlich kommt (glaub ich)auch alles an.

    Trotzdem danke für deine Infos Bugi, und deine Zeit, die du alles auf diese Weise schenkst.

  2. Ich krieg auch immer eine email, wenn ich einem Blog folge – egal ob geschützt oder normal – ich bekomme Meldung im Thunderbird.
    Gottseidank, denn ich habe nicht so einen klugen bugi wie Dich und ich habe wieder mal nicht mal die Hälfte verstanden was Du da so netterweise schreibst – betrifft mich hoffentlich nichts davon – aber Danke für Deine Mühe!
    Melinas

    1. Danke für diesen Beitrag… die Variante mit nem kurzen öffentlichen Beitrag, oder einem Satz und dann Link einfügen für Passwort anfordern oder einen zum Weiterlesen, find ich suuper.. ja, manche bekommen ihn dann zweimal… aber da gewöhnt man sich dran.. und man erreicht alle… mal sehen…

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