Erlebtes, Ionovias Alltagswahnsinn

Zwei Artikel…

Ionovias Alltagswahnsinn

…an einem Tag!

Meine Güte, was ist denn hier heute los?

Heute nutze ich mal meine Freizeit, um meine Gedanken der Welt mitzuteilen. Also dem Teil der Welt, den es interessiert ;-)

Den Meisten meiner Leser dürfte bekannt sein, dass mein Liebling "Viele" ist, deshalb auch der Name des Blogs :-D

Ich habe schon lange nichts mehr über die Entwicklungen bei ihm geschrieben, da er in seinem Blog unsereins.me vieles selbst schreibt.

Doch dort habe ich nicht unbedingt die Möglichkeit, meine Empfindungen auszudrücken über all das, was passiert.

Deswegen habe ich heute mit meinem Liebling besprochen, dass ich hier über ein paar Dinge, die in den letzten Wochen passiert sind, schreiben kann.

Wie schon im meinem Post "Neustart" geschrieben, haben sich durch die Reha bei mir einige Dinge verändert. Doch diese Veränderungen haben auch Auswirkungen auf das Innen bei meinem Liebling gehabt. Und da ich von Anfang an sehr informiert war über das, was im Innen passiert, blieb es nicht aus, dass ich auch diesmal teilhaben konnte und durfte.

Doch, diesmal war es anders – komplett anders. Ich habe Einblicke bekommen, die mich überwältigt, ja fast überrollt haben. Ich habe Einzelheiten erfahren, bei denen mir jetzt noch die Tränen in die Augen steigen, wenn ich daran denke.

Da ich ja zur Reha war, haben mein Liebling und ich viel in einem Messenger geschrieben, was mich wieder an unsere Anfangszeiten erinnert… aber ich schweife ab. Das hat vieles erleichtert, vor allem für mich.

Und so kam es, dass er mich in viele Dinge mit einbezogen hat, die er sonst mit sich allein ausgemacht hat. Das war für mich zum Einen toll, denn es zeigte mir das Vertrauen, aber andererseits war es auch ganz schön viel.

So erfuhr ich, dass damals zeitgleich mit meinem Liebling noch ein "Zwilling" entstanden ist, der sich in den letzten Jahren immer wieder schützend vor ihn gestellt hat, der dafür gesorgt hat, dass mein Liebling weiter die Rolle nach Außen übernehmen konnte. Er hat an ihn und mich geglaubt, hat uns zugetraut, dass wir den Weg der Therapie gemeinsam gehen, dass ich meinen Liebling unterstütze und ihm helfe, nicht aufzugeben.

Als er mit mir schrieb, konnte ich die Liebe, Fürsorge aber auch den Stolz spüren, den er für meinen Liebling empfindet. Auch die tiefe Bindung, die zwischen Zwillingen herrscht, war in seinen Worten so deutlich zu erkennen, dass es mir die Tränen in die Augen trieb – und das tut es auch jetzt noch. Ihm ist es zu verdanken, dass mein Liebling und ich heute an dem Punkt stehen, an dem wir sind. Ohne ihn wäre es nicht möglich gewesen.

Ich weiß, dass es für den ein oder anderen Leser schwierig sein mag, dem zu folgen. Vielleicht sagt der ein oder andere: "das ist doch immer noch ein und dieselbe Person". Ja, nach außen hin ist es so, doch im Innern eben nicht. Es ist, als hätte ich eine Großfamilie in einer Person neben mir und so behandel ich meinen Liebling auch. Durch meine Art, mit ihm und den Anderen umzugehen,  habe ich mir das Vertrauen erarbeitet, das Nötig ist, um überhaupt eine Beziehung führen zu können. Denn, eines ist sicher: gäbe es mich nicht, dann gäbe es auch ihn nicht. Dann würde ein anderer das Leben im Außen führen.

Doch, durch seine harte Arbeit in therapeutischer Hinsicht, ist es meinem Liebling in den letzten fast 6 Jahren gelungen, eine Stabilität zu erreichen, die sogar selbst Therapeuten überrascht.

Das, was ich im Folgenden beschreiben werde, wird sicherlich für den ein oder anderen noch schwerer zu begreifen sein, vor allem für diejenigen, die sich mit der Diagnose nicht auskennen. Aber, ich muss es schreiben, denn es war ein so tiefgreifendes Erlebnis, dass ich nicht anders kann.

Noch als ich in der Reha war, bekam ich aus dem Innen die Vorankündigung, dass sich Lona (ein Persönlichkeitsteil meines Mannes), dazu entschlossen hat, in meinem Mann weiter zu leben. Das heißt, dass sie mit all ihren Eigenschaften, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Emotionen auf meinen Mann übergehen wollte. Sie wartete nur darauf, dass ich aus der Reha wiederkomme.

Und, zwei Tage nachdem ich wieder da war, war es dann soweit. Sie zeigte sich nochmal im Außen, holte sich von mir noch das "Einverständnis" und verschwand. Als mein Liebling dann wieder zu sich kam, war er so überwältigt von dem, was gerade geschehen war, dass er nur noch weinen konnte. Auch ich war absolut überwältigt und ergriffen von den Geschehnissen, dass ich mit weinen musste. Nach einer Weile konnte ich ihm dann sagen, was genau passiert war und wir mussten wieder weinen.

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis er und auch ich uns wieder beruhigt hatten. Er schaute mich an und fragte mich:"Warst du schon immer so hübsch?" Ich musste lachen, denn damit hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet. Auch fragte er mich:"War das Bild schon immer so bunt? Und die Kuscheldecke, war die schon immer so leuchtend rot?" Es war also offensichtlich so, dass er nun eine andere Wahrnehmung hatte. Nicht nur was das Sehen betraf, sondern auch das Schmecken. Ich hatte am Nachmittag einen Obstsalat gemacht, von dem er auch schon gegessen hatte. Doch als er sich noch eine Schüssel nahm und jedes einzelne Stück Obst langsam, und ich meine wirklich langsam, aß, da musste ich schon grinsen. Er meinte nur, dass wäre gerade eine Geschmacksexplosion nach der anderen. Ich glaube, er hat für eine kleine Schüssel Obstsalat noch nie so lange gebraucht wie an diesem Abend.

In den letzten 6 Jahren gab es immer wieder Veränderungen bei meinem Liebling, mal wirkten sie sich negativ aus, meistens waren es jedoch positive Veränderungen. Doch keine war bis jetzt so tiefgreifend wie diese, sowohl für ihn als auch für mich.

Und – ich bin dankbar, dass ich daran teilhaben durfte. Denn, ja die letzten Jahre haben mir viel abverlangt, ich habe viel zurückstecken müssen, habe viel Zeit allein verbracht und mich oft ohne ihn um unsere Kinder kümmern müssen. Doch all das habe ich gern getan, denn ich weiß, dass wenn er nicht so hart gearbeitet hätte, dann wäre mein Leben heute nicht das, was es ist. Ich habe nur deshalb einen liebevollen Ehemann und unsere Kinder einen tollen Vater, weil er sich die Zeit genommen hat und all die Kraft investiert hat, um in den ganzen Therapien hart zu arbeiten.

Ich bin so stolz auf ihn und auch auf alle in seinem Innen, die ebenfalls bereit waren, diese Arbeit mit zu machen. Und ich danke jedem Einzelnen, der mir sein Vertrauen schenkt und geschenkt hat.

Mein Liebling – ich liebe dich mit jeder Faser meines Herzens und ich bin stolz an deiner Seite zu sein.

Und – auch wenn der 04.02. schon vorbei ist, diesen Tag werde ich niemals vergessen. Denn an diesem Tag hat mein Leben mit dir begonnen.

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  1. u

    uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ

    Was soll ich nun noch schreiben? … Außer danke. Und ja, das ein oder andere flasht mich total. Farben sind immer noch extrem, Geschmäcker intensiver – so dass ich mich oft Frage, ob ich jetzt nun einen Hau habe oder bereits vorher… Emotionen in einer Intensität, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Als ob vorher überall Watte war und nun nicht mehr.

    Ja, ohne dich wäre hier wohl kein Leben mehr existent. Danke, dass du mich gefunden hast und immer wieder unterstützt.

    Und der 04.02. ist nicht vorbei. Er ist immer. Denn gemeinsam haben wir immer dieses Leben.

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