Erlebtes, Erlebtes von unsereins me

Thema des Monats: Helfernetzwerke

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Im ZEiTENMOSAiK-Blog wurde das Thema für den Monat Mai ausgelost. Ein Thema, dass mich in den letzten Jahren intensiv begleitet hat und immer noch begleitet. Auf den Punkt gebracht: Ohne mein Helfernetzwerk wäre ich nicht da, wo ich heute stehe!

Birke hat eine interessante Fragen bezüglich des Helfernetzwerkes gestellt und die ein oder andere davon möchte ich hier nun auch aufgreifen.

Ich glaube auch ein 'Netz', dass nur aus wenigen 'Strängen' besteht, kann helfen wesentlich stabiler zu werden. Meiner Meinung nach ist nicht die Größe des Helfernetzes entscheidend, sonder die Qualität. Und Qualität ist etwas, dass nicht so einfach bemessen werden kann, wie die Anzahl der Helfer.

Mein persönliches Helfernetzwerk ist im Laufe der Zeit gewachsen. Es gibt dabei einige 'Maschen', die zwar weiterhin vorhanden sind, die ich aber nicht mehr nutze. Und andere Maschen sind so essentiell, dass ohne sie selbst bei aller Stabilität und vollständiger Fusion ein Zusammenbrechen auf emotionaler Ebene wahrscheinlich wäre.

Die wichtigste Person in meinem Netzwerk ist tatsächlich Ionovia, meine Ehefrau. Ohne sie hätte ich mir keine Hilfe gesucht und hätte den Überlebenskampf damals einfach aufgegeben. Auch die Schwiegereltern gehören dazu: Sie haben Verständnis gezeigt und waren einfühlsam als die Diagnose gestellt wurde. Ihre Aussage: "Das erklärt alles, was wir in der ganzen Zeit mit dir erlebt haben." Alles an – durchaus nachvollziehbarem – Misstrauen war bei ihnen sofort weggewischt.

Ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Helfernetzwerkes, dass ich dadurch erhielt, dass ich offen war, ist meine Glaubensgemeinschaft. Dort hat man mir nie Vorhaltungen gemacht und jeden – für mich teilweise mikroskopisch klein wirkenden – Fortschritt gesehen und positiv hervorgehoben. Ich habe dort in jeder Hinsicht von den Verantwortlichen Unterstützung erhalten.

Zu meinem festen Helfernetzwerk gehören zudem zwei Betreuer des psychologischen Dienstes. Im Laufe der Zeit haben dort Ansprechpartner gewechselt, aber es waren immer Personen, die ein persönliches Interesse zeigten und sowohl in Freizeit als auch bei Behördengängen an meiner Seite waren. Vieles an Druck von außen wurde so minimiert.

Zu nennen sind hier der Psychotherapeut, die Ergo- und Shiatsu-Therapeutin, der Psychiater, die Fachärztin in der Klinik und im besonderen zwei Pflegekräfte. Eine Krankenschwester und ein Krankenpfleger. Beide haben sich weit über das normale Maß mit mir auseinander gesetzt und waren für mich da. Und ohne die Krankenschwester wäre der Stein zu einer korrekten Diagnose wohl nicht ins Rollen gebracht worden.

In den letzten 10 Jahren Therapie waren ein paar Helfer dabei, die Gold wert waren in dem jeweiligen Moment – die aber nach einer gewissen Zeit nicht mehr ’nutzbar' waren. Eine Therapeutin in Bad Homburg und eine in einer Klinik im Nachbarort. Diese beiden waren in der Lage, mir zu helfen überhaupt für eine Therapie bereit zu sein.

Für mich ist die Qualität eines Helfernetzwerkes daran messbar, dass es bereit ist mich in Notfällen soweit abzubremsen, dass ich eben nicht ungebremst auf den Boden aufschlage. Und hier muss ich tatsächlich auch meine Krankenkasse erwähnen, die mir sehr häufig durch Einzelfallentscheidungen Dinge ermöglichte, die sich erst im Nachgang als besonders Wertvoll erwiesen haben.

Das Wissen, dass die Klinik mir immer offen steht, ist weiterhin eine zusätzliche Masche des Helfernetzes – auch wenn ich die zur Zeit nicht benötige.

Auch der Austausch mit anderen Betroffenen war immer Teil meines Helfernetzes und ist es auch weiterhin. Da hat sich zwar der Fokus verschoben und es sind oftmals andere Themen, aber ohne diesen Austausch würde Wichtiges fehlen.

Der Wuff Rikki gehört auch dazu. In manchen Zeiten war er tatsächlich das wichtigste Therapeutische Wesen.

Viele Teile des Helfernetzwerkes haben sich automatisch zusammen gefügt. So als ob ich ein paar Maschen aufnehme und dadurch neue entstehen. Und ja, auf die gleiche Weise sind auch Maschen weggefallen. Und alle Maschen zu nennen ist gar nicht möglich. Alleine die Vielzahl an privaten Kontakten – nicht immer Freunden, aber dennoch Helfern – die im Laufe der Jahre mal da waren und dann weniger relevant geworden sind, ist für mich kaum überschaubar.

Welche Teile meines Helfernetzes sind für mich heute noch Gold wert und helfen mir bei der – hoffentlich dauerhaften – Stabilisierung?

Vor Allem weiterhin meine Frau. So oft kann ich mit ihr Themen ansprechen oder Dinge aus den Therapien mit ihr auseinander-klabüsern. Der wöchentliche Termin bei der Shiatsu-Tante sowie mit meinen Betreuern sind ebenfalls zu nennen. Wenn die Ausfallen, wird es nach spätestens zwei Wochen ziemlich hakelig was den Alltag angeht. Denn trotz Fusion sind mir ja Grenzen gesetzt – besonders in der emotionalen Belastbarkeit. Und ganz wichtig ist für mich der Rückhalt in meinem religiösen Umfeld, den ich weiterhin bekomme.

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ

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  1. I

    Ionovia

    Ich danke dir, dass du nie aufgegeben hast.
    Ich werde immer an deiner Seite sein

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