Erlebtes, Ionovias Alltagswahnsinn

Mein Jahr 2014

Ionovias Alltagswahnsinn

Welcher Tag eignet sich besser, um das Jahr Revue passieren zu lassen, als der 31.Dezember?

Also, dann :-)

Das Jahr fing gleich mit einem Highlight an:

06.02. Mutter- Kind- Kur Wangerooge: Wie habe ich diesen Termin herbeigesehnt, endlich mal drei Wochen erholen. Und ich kam auch zum erholen, allerdings irgendwie anders, als erwartet. Zum Glück bekam ich dann noch ne Woche Verlängerung, denn an dem Tag, bevor ich eigentlich hätte nach Hause fahren sollen, kam mir mein Rücken so dermaßen dazwischen, dass ich nicht mehr laufen konnte und den ganzen Tag im Bett gelegen habe. Diese Woche hat dann auch nochmal so richtig gut getan.

Als ich dann wieder zu Hause war, war ich dann der Meinung: Ok, jetzt hab ich mich 4 Wochen erholt und kann ja jetzt wieder in die Vollen starten! Hm, tja, das meinte ich aber auch nur, denn nach knapp einer Woche zu Hause war ich so platt, dass erstmal gar nix mehr ging. Und das über drei komplette Wochen nicht. Ich bin wirklich nur vom Bett auf die Couch auf die Toilette und wieder ins Bett. Das waren die einzigen Wege, die ich geschafft habe. Was hab ich mir nen Kopf gemacht, dass das ja wohl überhaupt nicht sein kann, schließlich hatte ich ja 4 Wochen Erholung.

Tja, hat wohl nicht wirklich geklappt, was ich mir da vorgenommen habe….

Irgendwie hab ich dann die nächsten Monate rum gekriegt, allerdings habe ich mich mehr oder weniger geschleppt. Und mich gefreut, dass ich im Juli noch mal für eine Woche nach Wangerooge fahren konnte, um nochmal Kraft zu tanken für den bevorstehenden Kongress in Frankfurt. Denn ich wusste, dass das zwar ein Highlight wird, aber auch sehr anstrengend.

Und – es war ein Highlight.

Danach war allerdings erstmal wieder komplett die Luft raus und es ging wieder mal nix mehr. Doch ich habe es nicht zugelassen, dass es schon wieder so anfängt, wie nach der Kur. Und bin in den folgenden Wochen komplett über meine Grenzen gegangen.

Bis zum Sonntag, 28.09.14 – da war es dann endgültig vorbei. Ich bin komplett zusammengebrochen.

Also, am nächsten Tag ab in die Klinik. Ich wusste nur, dass ich mir alle Zeit lassen würde, denn wenn ich jetzt schon diesen Schritt gegangen bin in die Klinik, dann würde ich auch bleiben, bis es mir wirklich besser geht.

Was ich ja auch getan habe – 11 Wochen Zeit habe ich mir genommen. Und das war wirklich gut so.

Ich habe so viel gelernt über mich, warum ich in verschiedenen Situationen so reagiert habe, wie ich reagiert habe und auch, was ich ändern muss, damit es mir auch auf Dauer besser geht.

Und, ja ich habe gelernt. Als ich dann am 16.12. aus der Klinik kam, war mir klar, ich MUSS einiges ändern in meinem Leben, in meinem Alltag, um "gesund" zu bleiben. Also eher, um einigermaßen stabil zu bleiben.

Ok, wie sieht denn jetzt mein Alltag jetzt aus?

Nun, zur Zeit ist es so, dass ich Abends so gegen 22.30 spätestens ins Bett gehe und morgens dann so gegen 10.00 wieder raus komme. Und heute ist der erste Tag, an dem ich für mich sagen kann, es ist ok so. Und das nicht mehr nur vom Verstand sondern auch vom Gefühl. So langsam komme ich an den Punkt, dass ich jeden Tag so akzeptieren kann, wie er ist. Und das ist alles andere als leicht. Aber ich weiss, dass ich es nur so schaffen kann, meine Kräfte einzuteilen, meine Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren.

Auf der einen Seite ist es alles andere als einfach zu merken, dass nach einer Aktivität am Tag die Kraft komplett aufgebraucht ist. Andererseits gibt es dann auch mal Tage, an denen die Kraft für zwei oder drei kleinere Aktivitäten ausreicht. Dafür ist dann der nächste und meistens noch der übernächste Tag komplett mit Ruhe gepflastert. Ok, auch das muss ich akzeptieren lernen, da hilft mir nix.

Es wird weiterhin ein langer und harter Weg werden, mich immer wieder daran zu erinnern, dass ich meine Grenzen einhalten muss, egal was von außen an mich herangetragen wird und egal wie sehr ich versucht bin, in meine alte Schiene hinein zu fallen, mir Druck zu machen ohne Ende.

Aber, alles in allem muss ich sagen, war es ein gutes Jahr. Ich habe sehr viel über mich erfahren, bin schwere Wege gegangen, habe einige Erfolge für mich verbucht, Dinge, die ich niemals für möglich gehalten habe, für mich erreicht. Und – ich habe für mich erkannt, dass ich nicht "stolz" auf mich sein will, sondern dass ich "Hochachtung" vor mir habe, vor dem, was ich in den letzten Monaten erreicht habe.

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  1. D

    Die Weltenreisenden

    Und ebensolche Hochachtung haben wir vor dir.

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