Erlebtes

Grillanzünder

Meinung Erlebtes

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Es ist wieder soweit! Die Sonne scheint mehr als 30 Minuten am Tag, einige Leute laufen in kurzer Bekleidung durch die Gegend und in der Nachbarschaft mehren sich die Rauchschwaden der Kohle-Grills. Ja, hier in der Siedlung grillen tatsächlich noch einige ausschließlich mit Kohle im Vorgarten oder gar auf dem Balkon. Ich präferiere da den Elektro-grill – einfach weil es nicht ganz so qualmt und die Mitmenschen nicht so sehr dadurch belästigt werden.

Tatsächlich gibt es in der Siedlung immer wieder Beschwerden, weil der Rauch vom Kohle-Grill des Nachbarn in die Wohnung zieht. Das ist wirklich nervig und man bekommt den Geruch ja auch eine ganze Zeit nicht aus der Wohnung. Ich persönlich finde zwar, dass es schlimmeres gibt… wie z.B. den Zigarettenrauch der Nachbarin, die offensichtlich auch in der Nacht 1-2 mal eine rauchen muss und der Rauch dann ins Schlafzimmer zieht. Und bei dem Kraut, das die raucht, ist das echt unangenehm… aber ich schweife ab.

Grillen hat irgendwie was. Egal ob nun mit Kohle, Gas oder elektrisch. Ich mag den Geruch. Und ich finde auch, dass es etwas sehr beruhigendes hat, auf diese Weise sein Essen zu zu bereiten. Und sogar das gemeinsame Essen dieser Speisen ist für mich 'intensiver' als auf dem Herd oder im Ofen gegartes. Wahrscheinlich, weil man da länger mit den Händen an der Zubereitung des Essens zugange ist.

Ich selber bin dieses Jahr noch nicht dazu gekommen zu grillen. Aber auch das wird sicher werden ☺ Wie dem auch sei… Wenn der Kohlegrill angezündet wird, steigt einem aber häufig erstmal ein unangenehmer Geruch in die Nase. Da gibt es ein paar Leute, die Papier oder ökologische Grillanzünder verwenden. Doch die gefühlt (gerochen) größere Anzahl an Personen verwendet hier flüssigen Grillanzünder oder irgendwelches Zeug, das ursprünglich nicht fürs Grillen gedacht ist.

Bei diesen Gerüchen kam mir etwas aus der Vergangenheit in den Sinn. Wir hatten früher so einen Esbit-Taschenkocher. Der wurde mit diesen Esbit-Würfeln angezündet. So weißes brennbares Zeug – 'Trockenspiritus'. Also nicht nur der, Klappkocher wurde damit geheizt, sondern auch der Grill im Garten wurde damit angefeuert. Ich kann mich erinnern, dass ein Onkel irgendwann mal auf die glorreiche Idee kam, eine alte Waschmaschinentrommel zum Grill um zu funktionieren.

Ich glaube, dass diese Esbit-Würfel ursprünglich zum Betrieb der Dampfmaschine verwendet wurde, die der Opa bei sich rum stehen hatte. Ein Teil, an dass über viele Jahre nie selbst verwendet werden durfte, sondern man nur zuschauen durfte, wie der Opa das Ding in Betrieb nahm.

Später tauchte dann irgendwo dieser Klappkocher auf… Naja, kein Wunder, die Dinger sind schon seit Ewigkeiten bei der Armee im Einsatz und der Opa war was dieses Thema angeht doch einiges am Glorifizieren. Militärische Antiquitäten nannte sich das Ganze. Aber wenn man bedenkt, als wie toll die 'Leistungen' eines gewissen Herrn tituliert wurden… "Da war keiner Arbeitslos! Jeder hatte was zu tun! Der hat Arbeitsstellen geschaffen!", können die Dinger schon glatt als Devotionalien bezeichnet werden. Darauf einen "guten deutschen Doppelkorn und ein nach deutschem Reinheitsgebot gebrautes Bier". Dort wurde geraucht, getrunken, gegröhlt und 'Schocken' gespielt… und dann noch mehr getrunken.

Und dann war das Grillen im Garten, der Sauerkirschbaum, der Rhabarber sowie die Stachel- und Johannisbeeren. Es ist rückwirkend betrachtet eine sehr seltsame Zeit an einem Ort der Gegensätze gewesen. Familie, Freundschaft, Lachen, Streit, Wut, Gewalt und Übergriffe… Es gab dort viel Schönes und eine ganze Menge an Murks.

All das kam nur durch den Geruch, der von Nachbargrundstück beim anzünden des Kohle-Grills herüber wehte, wieder in den Sinn zurück. Nicht als Belastendes, sondern als Feststellung, dass es so war.

Natürlich habe ich etwas davon dann auch in eine Zeichnung einfließen lassen… Auch auf die Gefahr hin, dass ich nun von Menschen mit anderen Essgewohnheiten schief angeschaut werde. Ich weiß, dass man auch Gemüse und Käse grillen kann – habe ich auch schon oft genug gemacht. Aber Grillen hat für mich viel mit Fleisch zu tun.

Und da das Grillen ohne das Anzünden eines Feuers so schlecht möglich ist, hier eine kleine 'Ode an das Leiden des Esbit-Würfels', der bei uns früher so oft zum Einsatz kam und in Erinnerung an alle Grillanzünder, die sich im Laufe der Jahrzehnte für unseren Genuss aufgebraucht haben. Mit ganz viel Augenzwinkern ☺

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  1. M

    Melinas

    Holzkohle ist glaub ich was anderes als Steinkohle, aber vermutlich ebenso schädlich für die Lungen und Bronchien.
    Das Leiden wegen Gerüche! Ein eigenes Thema wert, ich habe lieber Kohlegeruch in meinem Schlafzimmer, als den Geruch von schlechten Öl beim Pommes machen, oder in transfetten gebratenen Fleisch und Wurst (bin ja Vegetarier). Das Leid des Wohnens in einem Mehrparteienhaus. Übrigens Rohkost ist eine gesunde Alternative. Jedem das Seine!

    • u

      Qualmt einem beides beim Anzünden die Hütte voll ☺

      Da hast du recht, schlechter Pommes-Buden-Geruch ist echt eine Herausforderung… auch für mich als Pommesliebhaber & Fleischfutterer…

      Und ja, Rohkost gibt es hier auch oft genug.

  2. S

    Ich finde Kohlegrills toll, ich mag es wenn es mittags und abends überall nach Grillen riecht. :-)

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