Erlebtes, Erlebtes von unsereins me

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'Was für ein abgedroschener Spruch', mag der ein oder andere nun denken. und tatsächlich: So simpel wie gesagt, ist das garantiert nicht. Und mit einer ebenso großen Sicherheit wird es Zeiten geben, wo von 'Genuss' nicht ansatzweise gesprochen werden kann.

Gerade Zeiten wo es in der Therapie nicht weiter geht oder scheinbar/offensichtlich wesentlich schlimmer wird als man es kennt. Zu diesen Zeiten gibt es oft nichts, was auch nur ansatzweise mit 'genießen' in Verbindung gebracht werden könnte. Das ist nicht nur bei DIS-Betroffenen so, sondern wie ich von meiner Ehefrau weiß, auch bei Depressionen ohne DIS. Auch von Bekannten, die Angststörungen, PTBS oder Schizophrenie haben, kenne ich solche Beschreibungen. Und natürlich auch aus meinen eigenen Erfahrungen.

Wie oft habe ich da gesessen und nicht nur alles grau in grau gesehen, sondern schon ziemlich schwarz… und ich weiß, dass solche Tage sicher auch wieder kommen werden. Zum Teil durch äußere Einflüsse bedingt. Doch in den meisten Fällen wohl 'einfach so'. Also ohne dass ich einen Grund dafür greifen könnte. Und erst recht ohne das Gefühl, dagegen aktiv etwas tun zu können. Denn depressive Phasen haben mich schon immer begleitet – genauso wie Euphorie. Ich glaube auch, dass das nichts Ungewöhnliches ist, sondern das jeder Mensch gewisse Schwankungen erlebt. Aber darum geht es mir auch weniger.

Der Gedanke ist eher, wie ich die Zeit nutze, in der das Grau sich verzogen hat. Beziehungsweise: Wie nehme ich diese Zeit wahr?

Egal wie lange das Grau einer Depression da ist – sicher ist, es sind Wellen oder Schübe, die einen da treffen. Und manchmal ebben sie einfach so ab. Manchmal scheint es aber auch so zu sein, dass einfach nur ein wenig Sonne ausreicht um dieses Grau zu vertreiben. Gerade noch voll depressiv ohne einen Grund – 'Oh, die Wolken ziehen beiseite und die Sonne scheint' – super Stimmung! Das ist irgendwie schon komisch… zumindest ist das bei mir so.

Wenn es 'hell' ist und dazu die Sonne scheint, kann ich mein Leben mehr genießen.

Ob zu Hause, im Wald, auf einer Blumenwiese, auf einer Parkbank – zu Wasser, zu Lande oder in der Luft. Für jeden Menschen gibt es irgendwas, das gut tut und Momente des 'Genusses' beschert.

Ich genieße die Berge, die See und das Meer, seit einigen Jahren auch die Wälder, das Bestaunen von Blumen, das Sitzen auf unserer Bank auf dem Balkon, den Sonnenschein und das gemeinsame Zuhause von meiner Frau und mir. Ich gebe es unumwunden zu – letzterer Ort könnte wo auch immer und wie spartanisch auch immer sein… wenn meine Frau dabei ist, könnte ich jeden Ort als 'Zuhause' genießen.

Mir fehlt in meiner 'Sammlung' der Orte wo ich besonders gut genießen kann, tatsächlich noch die Luft. Ich weiß nicht ob es Paragleiten wäre oder Ballonfahren – eigentlich habe ich zu große Höhenangst… Ich glaube auch nicht, dass ich das unbedingt ausprobieren will/muss ☺


Warum schreibe ich nun über Depressionen? Auch in der Zeit in der mein ich in so viele Teile aufgespalten war, hatte ich Depressionen – und gewisse abgespaltene Innens sogar wesentlich mehr, als ich es für mich nun wahrnehme. Aber ich hatte so gut wie nie die Energie, mich mit meinen Depressionen auseinander zu setzen. Anfangs was zuerst das Überleben, dann das Erkennen des Innen-Chaos, danach das Sortieren und letztendlich das Annehmen wichtiger, als die Depressionen. Genauso, wie auch das Wahrnehmen gewisser körperlicher Einschränkungen so weit wie möglich nach hinten geschoben wurde, da einfach keine Ressourcen dafür vorhanden waren.

Nun 'muss'… oder kann… ich mich mit meinen Depressionen und meinen körperlichen Einschränkungen viel mehr auseinandersetzen. Also wieder etwas 'Neues'… 'Anderes'… was Arbeit erfordert um meine Zufriedenheit aufrecht zu erhalten oder sogar noch zu vergrößern.

Wie dem auch sei, ich möchte die 'hellen' Phasen (die bei mir zum Glück oft recht lange anhalten) nutzen um bewusst zu genießen. In diesem Sinne habe ich heute mit meiner Frau gemeinsam auf dem Balkon gesessen und einen leckeren Obstsalat mit selbstgemachtem Müsli, Joghurt und Skyr genossen.

Wie ist das bei euch? Merkt ihr einen (starken) Unterschied zwischen Schön- und Schlechtwetter was eure negativen Gedanken und Emotionen angeht?

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ

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  1. I

    Ich liebe dich und so wie du mir beistehst, wenn meine Depressionen mich runter reißen, so werde auch ich für dich da sein, wenn es mal wieder dunkel ist. Und ich lasse dich auch nicht allein, wenn es sonnig ist, sondern genieße die Sonne dann gemeinsam mit dir wo auch immer

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