Erlebtes, Erlebtes von unsereins me

Ehemaligen-Treffen

Meinung Erlebtes

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Aus den Zeiten der Klinik-Aufenthalte gibt es immer noch einen gewissen Kontakt zu einigen ehemaligen Mitpatienten. Gestern haben wir uns dann nach längerer Zeit mal wieder getroffen. Die Anreise hat mit Bus und Bahn trotz kleinerer Missverständnisse gut geklappt. Bei der Gastgeberin angekommen gab es frische Waffeln, Vanilleeis, heiße Kirschen und Sahne. Die waren echt lecker.

Es war zwar schön und es gab einiges zu lachen und auch ein paar gute Gespräche. Dennoch… war es seltsam… Zwei Anwesende sagten nicht wirklich viel. Einer der beiden brachte es auf dann auch auf den Punkt: "Als wir noch in der Klinik waren, konnte man sich da wenigstens drüber unterhalten. Aber jetzt weiß ich echt nicht, was ich erzählen soll".

Das merkte man tatsächlich. Bei einigen scheint sich im Leben trotz Therapie sehr vieles nun über Jahre im Kreis zu drehen. Bei den Einen habe ich das Gefühl, sie wollen Dinge nicht anpacken oder ändern und befinden sich in einer Art Lethargie. Bei den Anderen wirkt es zum Teil so, als ob sie sich 'einfach' ihrem 'Schicksal' ergeben hätten. Und das bei völlig unterschiedlichen Diagnosen und Auswirkungen im Alltag.

Klar habe ich meinen Blick nun anders ausgerichtet und bin an einem neuen Therapie-Punkt angekommen. Und ja, bei gewissen ihrer Probleme, kann ich mittlerweile erkennen, dass ich diese teilweise aus eigener Erfahrung kenne und daran auch (neben allem DIS-spezifischen) in den letzten Jahren mit gearbeitet habe. Dennoch kann ich manche Dinge einfach nicht verstehen.

Sie haben verschiedenste Therapie- und Betreuungs-Ansätze 'ausprobiert' und es ist teilweise fast deprimierend gewesen, zu sehen, wie hilflos sie trotz eines guten Therapie-Angebotes wirkten. Hilflos, weil ihnen das Angebot nicht gut genug, nicht individuell genug oder nicht lang genug war… oder, oder, oder.

Klar ist ein solches Treffen immer nur eine Momentaufnahme. Ich weiß ja selbst, wie mühsam es ist vorwärts zu kommen. Und ich weiß auch, dass die rezidivierende Erkrankungen nun einmal nicht dauerhaft die Biege machen.

Nicht, dass ich die ehemaligen Mitpatienten deswegen weniger mögen würde, aber so nachhaltig gut getan hat das Treffen dann doch nicht… Gerade auch, wenn ich es mit den Treffen vergleiche, die wir im letzten Jahr so hatten. Dabei sei völlig dahin gestellt, an wem oder welcher Konstellation das nun im Detail liegt.

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