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BbdM: Therapie Vor- & Nachbereitung

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Das Thema für den Blogbeitrag des Monats Juli ist für mich doch eine größere Herausforderung gewesen, als ich gedacht habe. Schließlich war mir immer klar, dass ich mich vorbereite und nach der Therapiestunde die Themen nach bearbeite. Aber tatsächlich ist bei mir gerade die Vorarbeit von der jeweiligen Therapie-Phase abhängig. Die Nacharbeit hat hier tatsächlich in allen Therapie-Phase sehr intensiv stattgefunden.

Die Nacharbeit bestand immer darin, das was in der Therapiestunde besprochen wurde nochmal durch zu gehen. Entweder nur gedanklich, meist aber schriftlich. Dabei habe ich mir immer wieder die Frage nach den Anwendungsmöglichkeiten gestellt und versucht zu unterscheiden zwischen meiner subjektiven Wahrnehmung und einer objektiven Sichtweise. Wie sich jeder denken kann, ist mir das aber natürlich nicht immer gelungen – tatsächlich war es rückblickend betrachtet so, dass ich ganz schön oft nur meine Sichtweise vor Augen hatte. Ich habe dann mehrere Therapiestunden gebraucht um meine festgefahrenen Ansichten tatsächlich zu überdenken und dann entweder bewusst bei dieser Sichtweise zu bleiben oder mich eben für einen neuen Ansatz zu entscheiden.

Die Vorarbeit war aber ganz unterschiedlich. Ich würde sagen, dass ich bei dem Großteil der Therapiestunden keine Vorbereitung in dem Sinne gemacht habe, das Thema oder gewisse Kernpunkte vorher fest zu legen. Bei den Traumatherapien war es ganz anders. Da gab es oft gezielte Aufgaben: ’niederschwellige' Konfrontation durch Fotos heraussuchen (diese Aufgabe habe ich dann damals aber an meine Frau weitergegeben, damit ich die Fotos dann zum ersten Mal in der Therapie-Stunde sehe). Oder das Aufschreiben von Triggern, verfassen von Briefen an die Innens und ähnliches. Das war stundenlanges Vorbereiten… manches dauerte sogar Tage, Wochen und Monate, bis es dann in der Therapie wieder angepackt werden konnte.

Neben der Vor- & Nachbearbeitung, gab es hier aber noch eines viel großeren Faktor: Die 'Hausarbeit'. Therapiearbeit, die ich ausschließlich hier für mich und ein Innen selber gemacht habe. Ohne dass es mit einer Therapiestunde in Zusammenhang stand. Ich habe Informationen zu Therapien gesammelt und verschiedenste Ansätze darauf hin angetestet, ob sie für mich passend sein könnten. So war z.B. die Innere Kind Arbeit anhand der Bücher von Chopich und Paul nichts was in der Therapie erarbeitet wurde, sondern durch einen Tipp einer anderen Betroffenen in mein Blickfeld geriet. Das habe ich sehr intensiv für jeden einzelnen Innen durchgeführt. So habe ich mir quasi selbst ein Therapie-Programm erarbeitet, das weit über die Dinge hinausging, die in den Kliniken oder ambulanten Therapien besprochen wurden.

Die Therapeuten haben immer wieder angemahnt, dass ich mein Tempo im Auge behalten soll. Und das absolut zurecht! Oftmals bin ich extrem schnell unterwegs gewesen und habe mir das ein oder andere Mal auch selbst ein Bein gestellt. Dennoch: Es war mein Weg und mein Tempo.

Und ich glaube auch, dass das der wichtigste Punkt in der Therapie ist: "Finde deinen eigenen Weg und gehe ihn in deinem eigenen Tempo. Bleibe dabei nicht in Panik stehen und stürme nicht blindlings drauf los."

Ergänzung 27.07.2019:

Der Beitrag von Lunis brachte mich echt nochmal zum Nachdenken. Nie wäre ich von alleine darauf gekommen Dinge wie checken der Anreise-Möglichkeiten oder das explizite richten der Notfall-Tasche als Therapievorbereitung zu sehen.

Dabei habe ich da einige 'Eigenarten' in verschiedenen Therapie-Phasen an den Tag gelegt… generell vor jeder Therapie wurde bis vor einem Jahr das passende 'Nicht-Paar' an Socken herausgesucht und angezogen. Also ich zog morgens eh meistens 'Nichts-Paare' an. Also unterschiedliche Socken nach Stimmung des jeweiligen Morgens. Rot für Mies drauf bis Aggressiv, Orange für Crazy, Blau für Stabil, Grün für Alles im grünen Bereich, Gelb für Happy und unterschiedlich gemusterte Socken nach Farben für gemischte Stimmungen von den Innens auf der linken Seite und einen Socken am rechten Fuß in der passenden Farbe für mich als Repräsentanten des Systems. Also alles in Allem eine bunte Sache… Noch bunter nur dadurch, dass der rechte große Zehnagel (am Anfang auch die Fingernägel) bunt lackiert wurde. Entweder in Orange, Gelb oder Schwarz und mit einem passenden Smiley versehen. Der war basierende auf dem in welche Richtung Lona steuerte. All das gehörte, wenn ich es so betrachte wie Lunis, zur Therapievorbereitung – denn alles wurde kurz vor der Therapie noch angepasst.

Mit jeder Fusion verschwand mehr von diesem Drang nach genauer Darstellung was gerade emotional los war.

Eine weitere Vorbereitung in diesem Sinne war auch das Richten der Notfalltasche. Sind alle Notfallmedikamente drin? Steine? Riech-Ampullen? Kaugummi? Diverser Klimbim, Mini-Kuscheltiere?


Die Ideensammlung für den Monat August wird auf dem Candykills-Blog durchgeführt und der Beitrag diesbezüglich ist auch schon Online. Es waren für diesen Monat ja echt viele sehr gute Themen dabei, eventuell kann das ein oder andere Thema ja dort nochmal in den Lostopf – ich würde mich sehr drüber freuen!

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ

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