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Resümee – Großveranstaltung

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Was für ein Kraft-Akt. Aber keiner, den uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ sich selbst zuschreibt. Es hat auf erstaunlich gute Art und Weise funktioniert. Nicht das alles reibungslos war oder es keine Herausforderungen gegeben hätte, aber tatsächlich war es so, dass ich extrem viel mitbekommen habe und sehr lange dem Programm folgen konnte. Einen ganzen Teil der Zeit konnte ich sogar auf dem Platz sitzen.

Mehrere Runden durch die recht leeren Gänge während des Programms am ersten und am dritten Tag reichten aus um für genug Ruhe im Innen zu sorgen. Am zweiten Tag war der Ruhebereich wieder der beste Freund von uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ. Aber selbst dort habe ich mehr mitbekommen als sonst bei den Veranstaltungen. Außerhalb des religiösen Programms habe ich mich gefreut dort viele alt-bekannte Gesichter wieder zu sehen. Nach mehreren Jahren, wo ich an die Erinnerungen der Vergangenheit faktisch nicht herankam, ist es nun so, dass ich mich an viele Details erinnern kann bzw. zuordnen kann, wer mir denn da gerade gegenübersteht. Und immer häufiger bekomme ich auch die passende Emotion dazu 'hintereinander'.

Immer öfter erkenne ich so Leute, die ich vor einigen Jahren noch habe links liegen lassen, weil sie mir unbekannt waren und ich daher auch keinen Grund sah, mit ihnen zu reden. Ich habe dann zwar durch Freunde und Familie oft gesagt bekommen, dass das doch ein guter Bekannter ist, aber selbst dann war halt keine emotionale Verknüpfung vorhanden. 

Dieses erkennen von Personen und das verstehen um die gemeinsame Vergangenheit hilft im Übrigen sehr, mit den Menschenmassen dort gut klar zu kommen. So fühlt sich uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ dort durch die vielen Bekannten grundsätzlich sicher.

Viele Personen, die uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ nur sehr selten trifft, sind interessanterweise sehr wohl in der Lage meinen Namen korrekt und vollständig auszusprechen. Offensichtlich ist das Interesse dieser Personengruppe daran, dass ich mich wohl fühle, stärker ausgeprägt…

Auf den Inhalt der Veranstaltung gehe ich hier im Übrigen extra nicht ein. Glaubensfragen bespreche ich dann doch lieber 1:1 mit Personen, die da gezielt nachfragen 😊

Auf die 'Truppe' im Ruheraum möchte ich noch besonders eingehen. Diese Mannschaft ist echt der Hammer. Sie wissen alle um die Diagnose und die damit verbundenen Auswirkungen. Und auf dem ein oder anderen Kongress sind sie schon mal ziemlich ins Schwitzen gekommen weil sich hier jemand dann plötzlich aufmachen wollte irgendwo hin zu gehen. In diesem Jahr habe ich einen dort – der mir mittlerweile tatsächlich ein guter Freund geworden ist – offensichtlich wieder in leichte Panik versetzt. Ich wollte vom Ruheraum nur auf Toilette gehen… hatte mich aber nicht abgemeldet. Er hat gedacht, ich wäre eventuell weggedisst und jemand hier im Weglauf-Modus. Schließlich war ich strammen Schrittes unterwegs, was nicht unbedingt meine Gangart ist… Eher eiere ich von einem Bein auf dem anderen herum und schwanke dabei – besonders wenn der Stress groß ist. Aber diesmal war einfach nur die Blase gaaaaanz voll und ich musste driiiiingeeeeeeend auf Toilette. 

Wie vorher abgesprochen sprach er mich – sichtlich gestresst – also an mit: "Du kannst nicht einfach weggehen!" Als ich ihm sagte: "Doch, ich muss dringend zur Toilette", sah ich, wie ihm regelrecht ein riesiger Stein von den Schultern fiel. Er atmete durch, ließ die Schultern sinken und meinte: "Boah! Du kannst mir doch nicht so einen Schrecken einjagen" und atmete laut "Phuuuuuuu!". Ich musste schon Grinsen und im Innen war das Gekicher riesengroß. Aber es zeigt wieder einmal deutlich, wie gut sie sich auf uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ eingestellt haben. Nach der Veranstaltung habe ich mich noch bei einem anderen verabschiedet und er meinte so zu einer Mitarbeiterin, die erst neu dabei ist: "Er ist schon seit Jahren hier… so lange… ich weiß gar nicht mehr wann das erste mal und kann mich nicht erinnern schon eine Veranstaltung ohne ihn hier erlebt zu haben"

Es gab außer den rein positiven Dingen aber auch die 'befürchtete' Begegnung. Einen Täter hat uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ zwei mal gesehen und es erstaunlich gut im Innen geregelt bekommen. Beim zweiten Mal wurde er sogar so genau aus den Augenwinkeln heraus gesehen, dass uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ erkennen konnte wie 'gebrochen' dieser Mann mittlerweile ist. Er ist körperlich mittlerweile nur noch ein unförmiger Schatten dessen was er mal war. Aufgedunsen, gedrungen – nicht mehr wie früher sich aufrecht darstellend – und er ist über die Maßen gealtert. Es hat uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ nur wenig berührt. Nein, uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ hat die Emotionen nicht weggedrückt. Es war auch keine Gefühls-Taubheit. Es ist vielmehr die Kombination der Verarbeitung zusammen mit dem Glaubens-Frieden, den uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ mittlerweile erlangt hat. Danke an Vergissmeinnicht, die sehr gute Fragen in einer E-Mail diesbezüglich gestellt hat, was geholfen hat genauer hin zu schauen.

Auch wenn die drei Tage durch das frühe Ausstehen, den ungewohnten Tagesablauf, die Anreise und die viel zu hohen Temperatur sowohl tagsüber als auch nachts extrem anstrengend waren, so war es alles in Allem eine sehr schöne, lehrreiche, auferbauende – ja Mut machende Veranstaltung, an der uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ auch das nächste mal sicher wieder teilnehmen wird.

uɴsᴇʀᴇins & ᴍᴇ

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  1. I

    Ich bin soooooooooo stolz auf dich und die Deinen, ihr habt das toll gemeistert. Und ich bin stolz auf dich, dass du am Samstag den Ruheraum genutzt hast, es hat dir definitiv gut getan
    Und auch nächstes Jahr werden wir es gemeinsam wieder schaffen
    Ich liebe dich

    • u

      Und ich bin stolz auf dich, dass du es auch so gut geschafft hast und dass du mir so sehr den Rücken frei hältst.

      Ich liebe dich auch mein Engel!

    • V

      So schön ihr beiden (inkl. der Innens) mit einander umgeht, das zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht…

      Und diese Menschen im Ruheraum, einfach toll.

      Eltern können manchmal gemein sein, weil wir doch gerade sie und ihr Verständnis und Mitgefühl so sehr brauchen! Zum Glück habt ihr viele die für ein gewissen Ausgleich sorgen.

      Alles Liebe euch

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