Ein Leben mit Punkten

unsereins & me ist immer auf der Suche nach Sprachbildern mit denen ich mir selbst und anderen Personen – sowohl Betroffenen von DIS/DSNNS als auch Angehörigen, Interessierten und Fachleuten – die eigene Wahrnehmung des Innens darlegen kann.

Im Laufe der Zeit griff ich dabei für unsereins & me unter anderem auf das "Körperhaus und seine Bewohner" oder aber auf das "Bild der Vase" zurück.

Heute möchte ich den Werdegang von unsereins & me mit Punkten darlegen. Punkte ähnlich dem Konfetti, dass man so kennt. Ok, nicht ganz so – denn diese Punkte hier haben viele Änderungen erfahren…

Ich möchte in der unten laufenden Präsentation zeigen, wie ich in den letzten Jahren mich selbst, meine Innen-Wahrnehmung, die Therapie, die Ergebnisse und alles Mögliche gesehen habe. Oft waren Zweifel dabei. Angst, Unsicherheit, Wut… Die Präsentation kann natürlich nicht alle Aspekte der letzten 7 Jahre bis ins Detail darstellen oder darauf eingehen. Die Phasen, wo gar nichts ging und nur mit Medikamenten dafür gesorgt wurde, dass 'überlebt' wurde sind nicht besonders herausgestellt. Auch sind die Therapien im Detail nicht erwähnt. Aber das was mich im eigenen Erkennen und der Therapie besonders belastet hat, kommt meiner Meinung nach gut herüber.

Die Punkte sind also eine Analogie zu den Scherben der Vase, den wahrgenommenen Persönlichkeiten und somit der Funktionsweise meines Gehirns. Dabei habe ich aber nicht alle Informationen aus allen Sprachbildern die ich verwendet habe, wieder aufgegriffen. Ich habe in der Präsentation z.B. nicht verarbeitet, wer Angenommen, Freigelassen oder Aufgegeben wurde. Es geht in der Präsentation aber auch darum dass ich zu Beginn meiner Selbstwahrnehmung ’nur' ein Teil – ein einzelner Punkt – war und erst im Laufe der Therapie für mich annehmbar verstand, dass dieser eine Punkt letztlich zu einem großen Ganzen wurde.

Für mich steht außer Frage, dass ich nicht die Ursprungspersönlichkeit bin – ich habe mich in all den Jahren wesentlich entwickelt. Ich glaube, dass jeder Mensch nicht mehr die Ursprungspersönlichkeit ist, die er zu Beginn seines Lebens, in seiner Kindheit, in seiner Jugend, im Erwachsenenalter mal war. Jeder verändert sich. Und ich glaube – wenn ich die Unos richtig verstanden habe – sind bei denen viele unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale vorhanden, die sie aber vollständig als ihre eigenen wahrnehmen. Und auch Unos werden wohl gewisse Persönlichkeitsmerkmale mehr oder weniger pflegen oder vermeiden.

Ich habe eventuell radikaler entschieden gewisse Punkte nicht mehr zu pflegen oder klar zu vermeiden als dies bei manchen Unos mit ihren Persönlichkeitsmerkmalen der Fall sein mag.

Mir ist klar, dass es durchaus passieren kann, dass in Zukunft neue Punkte bei mir dazukommen können, wenn ich nicht in der Lage sein sollte mit einer traumatischen Situation selbst direkt umzugehen. Denn mein Gehirn funktioniert auf diese Weise. Das würde dann sicher wieder großen Einfluss auf mich als Gesamtpersönlichkeit haben. Wie auch immer das im Detail aussehen würde.

In diesem Moment kann ich aber wie in den letzten Tagen und Wochen sagen: Ich fühle mich als Gesamtpersönlichkeit, die alle Punkte 'beinhaltet' und zwei Punkte weiterhin besonders hervorhebt. Jeder angenommene Punkt ist wertvoll, wichtig, und macht durch die besondere Denk- und Handlungsweise zu dem Unikat, dass ich bin.

Das Unikat mit dem 'Prädikat' unsereins & me.

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