Drei Tage unter Menschenmengen

Wie doch der ein oder andere weiß, bin ich, was meinen Glauben angeht, so aktiv, wie es mir nur möglich ist. Dazu gehört für mich auch der Besuch von drei Großveranstaltungen, die über das Jahr verteilt stattfinden. Zwei dieser Veranstaltungen gehen einen Tag, die dritte über drei Tage. 

Damit, dass eine Großveranstaltung für einen Betroffenen von DIS sicher nicht gerade zu den einfachsten Übungen gehört, erzähle ich wohl niemanden etwas total neues. Egal wie gut organisiert alles ist, wie nett und freundlich die Menschen sind – es sind und bleiben große Menschenmengen! Und damit einher gehen eine gewisse Enge, eine gewisse Lautstärke sowie Unruhe, unterschiedliche Gerüche und die Tatsache lange auf nicht gerade den idealen Stühlen sitzen zu müssen. Dazu kommt das sich Konzentrieren auf nicht immer ganz einfach zu verfolgende Themen. Und zu 'guter letzt' auch noch ein kleiner Sohn, der ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit zusätzlich benötigt und verdient – auch wenn er insgesamt ein absolut ruhiges und liebes Kind ist.

Doch diese Großveranstaltung von Freitag bis Sonntag ist in mehrfacher Hinsicht etwas 'besonders Besonderes'. Es ist die erste Großveranstaltung seit 7 Jahren, die ich besuche, ohne dass ich unter Medikamenten stehe. Und hierbei sind nicht nur die Psychopharmaka sondern auch die Schlafmittel gemeint, die ich probeweise seit einigen Wochen nicht nehme. Mir ist klar, dass diese Medikamenten-Abstinenz nicht dauerhaft sein wird – weniger auf die Psychopharmaka bezogen, als auf die Schlafmittel. Aber frühestens nach der Großveranstaltung werde ich die wieder nehmen. Ich denke auch, dass es nötig sein wird. Tatsächlich ist der Schlaf insgesamt um eine Stunde kürzer und dazu auch (logischerweise) nicht mehr so tief. Ich werde es nicht auf Biegen und Brechen versuchen ohne sie aus zu kommen. Aber eventuell kann ich auch auf leichtere Mittel zurückgreifen. Am Montag werde ich da mit dem behandelnden Arzt drüber sprechen.

Es ist auch die erste Großveranstaltung seit ebenso langer Zeit, die ich wieder mit einem 'halbwegs akzeptablen' Gewicht erleben werde. Stand gestern sind 27,3 Kilogramm abgenommen und die uHu*-Marke ist nur noch 900 Gramm entfernt.

Zudem wird es die erste Großveranstaltung seit ebenso vielen Jahren sein, bei der ich nicht im Voraus mit einem Daueraufenthalt auf der Ruhestation plane. Bei der letzten Großveranstaltung (vorletzte eigentlich – die Letzte war wegen der Grippe nicht drin…) war zwar schon ein Großteil des Programms mitverfolgt worden, aber ich hatte im Vorfeld mit der entsprechenden Abteilung den Aufenthalt eingeplant und somit einen 'Stammplatz'. Das habe ich diesmal ganz bewusst nicht eingeplant, sondern nur auf 'Bedarf' angemeldet.

Ich bin gespannt, wie ich mit der irren Hitze und den daraus entstehenden Gerüchen klar kommen werde. Und es kann natürlich sein, dass unsereins & me irgendeiner der Täter über den Weg läuft – die Veranstaltung hat einen großen Einzugsbereich und zumindest ein Täter hat wohl sein Handeln geändert und ist aktiv im Glauben. unsereins & me ist ihm in der Vergangenheit bereits mehrfach begegnet und es hat jedes mal einiges an Chaos im Innen ausgelöst. Aber diese Veranstaltung ist schließlich ziemlich groß, so dass das Risiko geringer sein dürfte. Außerdem denke ich, dass ich durch die intensive Therapie- und Innenarbeit mittlerweile mit den Meisten im Innen so gut im Kontakt stehe, dass ich genug Sicherheit vermitteln kann. Man wird sehen…

Trotz all dieser Besonderheiten bin ich sehr positiv eingestellt auf die Veranstaltung und guter Dinge, wie man so schön sagt.

4 Gedanken zu „Drei Tage unter Menschenmengen“

  1. Hallo Ihr, ich wünsche euch eine schöne Zeit unter vielen anderen. Ihr schafft das. Ihr habt schon mehr geleistet, dann schafft ihr auch diese Begegnungen.

    Liebe Grüße
    Maryla

  2. Oh das kann ich gut nachvollziehen. Große Menschenmengen sind mir auch ein Gräuel….Und mir ist einmal auf einem Tag der offenen Türe ein früherer Therapeut begegnet (ein Retraumatisierer) das war so schlimm, dass mir die Knie so gezittert haben, dass ich zusammengefallen bin.
    Ich wünsch Dir eine gute Veranstaltung ohne Täterkontakt.
    Alles Liebe
    Melinas

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